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Aktuelles von der 61. Sitzung der Frauenrechtskommisson

Aktuelle Nachrichten, Berichte und Reden von der 61. Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen (FRK)

Die inzwischen jährlich stattfindende Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen (FRK) befasst sich mit der weltweiten aktuellen Lage von Frauen und Mädchen. Sie prüft die Fortschritte und beurteilt die bestehenden Herausforderungen auf dem Weg zu einer Welt, in der Frauen und Männer gleichberechtigt leben können. Die Frauenrechtskommission unterstützt die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und hebt die Bedeutung des Ziels 5 (Gleichstellung der Geschlechter) als ein Schlüssel zur Erreichung aller Ziele hervor. UN Women ist an der Durchführung der Frauenrechtskommission maßgeblich beteiligt. Das Schwerpunktthema der 61. Sitzung der FRK hieß „Die wirtschaftliche Stärkung von Frauen in einer sich verändernden Arbeitswelt“. In den Regierungskonsultationen sowie zahlreichen Side Events mit und von der Zivilgesellschaft fand ein reger Austausch zu der Situation von Frauen und Mädchen im Arbeitsalltag statt, sowohl bei formellen Erwerbsarbeit als auch im informellen Bereich, insbesondere der unbezahlten Sorgearbeit. In allen Staaten der Welt werden Frauen benachteiligt, jedoch von Land zu Land unterschiedlich ausgeprägt. Diskutiert wurde die (un)gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz sowie die sicheren Wege zum Arbeitsplatz, der digitale Wandel der Arbeitswelt und die Online-Plattformen, die prekäre Situation indigener Frauen, die vielfältigen Formen der Sorgearbeit, prägende Umwelteinflüsse und die Rolle von Männern. Positive Beispiele und Entwicklungen wurden gerade von jungen Frauen, die im digitalen Wandel ihre beruflichen Chancen sehen, gezeigt. Die Vertreterinnen der Frauenorganisationen bekräftigten ihren Unmut, dass keine Frau an die Spitze der Vereinten Nationen gewählt wurde. Dennoch fand die erste Begegnung mit dem neuen Generalsekretär António Guterres viel Zustimmung. Er suchte den direkten offenen Austausch mit der Zivilgesellschaft und setzt sich die Gleichstellung der Geschlechter, besonders auch innerhalb der VN zum Ziel. Mit der Umsetzung hat er in seinem engsten Umfeld bereits begonnen, und mehrere Frauen in Positionen der VN berufen. Die Frauenorganisationen der Welt werden seine Arbeit genau beobachten.    

Gedanken zur 61. Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen: Karin Nordmeyer, Vorsitzende

Seit mehr als zwei Jahrzehnten nehme ich regelmäßig an der jährlichen Sitzung der Commission on the Status of Women (Frauenrechtskommission- FRK) in New York teil und jedes Mal reise ich mit großen Hoffnungen an und mit der Erkenntnis ab, dass sich die Dinge zwar bewegen, aber in einem unendlich langsamen Tempo: die Errungenschaften der Pekinger Plattform von 1995 sind offerbar in der weltweiten Realpolitik nur mühsam, Schrittchen für Schrittchen und gegen große Widerstände durchzusetzen. Das liegt unter anderem an der Beharrlichkeit der männlich normierten und dominierten Strukturen auf allen Ebenen: es fehlt ganz klar die Erkenntnis, dass die Beteiligung von Frauen an alle Prozessen des politischen und gesellschaftlichen Lebens eine unabdingbare Notwendigkeit in der Welt des 21.Jahrhundert sind. Seit mehr als 20 Jahren komme ich also immer noch zur FRK nach New York. Die Dinge bewegen sich zwar langsam, aber dennoch sind in vielen Bereichen und in vielen Ländern Verbesserungen für die Lebenswirklichkeit von Frauen und Mädchen erzielt worden. Zum Beispiel ganz aktuell durch die partnerschaftliche Teilhabe von Männern und Frauen an Lebensprozessen und besonders Arbeitsprozessen, durch eine Verbesserung der Work-Life-Balance, durch Gesetzesreformen in den verschiedensten Feldern, durch die Frauen wegen ihres Geschlechtes nicht mehr so häufig diskriminiert werden. Also machen wir weiter, nicht nur wir Frauen sondern auch eine wachsende Anzahl von Männern mit uns und streben danach, dass Gleichberechtigung mindestens bis 2030, so wie es die neue globale Agenda vorgibt, erreicht wird und wir – Frauen und Männer – tatsächlich selbstbestimmt und gleichberechtigt auf einem Planeten leben können. In diesem Jahr sind mehr als 80 Minister*innen und hohe Regierungsbeamt*innen für die FRK  angereist und es werden über 8000 Vertreter*innen von NROs erwartet - bis heute sind es geschätzte 4000. Sie treffen sich in den nächsten zwei Wochen, um auf mehr als 2000 side events in den Räumen der UNO - die für eine solche hohe Zahl von Teilnehmer*innen eigentlich nicht ausgelegt sind - insbesondere über das Thema „wirtschaftliche Stärkung von Frauen in der sich verändernden Arbeitswelt" zu diskutieren und über den Stand der Umsetzung der Millenium-Entwicklungsziele zu berichten. Die Mitglieder der Regierungen kommen dabei im General Assembly Building zusammen und erarbeiten die Einzelheiten der Abschlußerklärung (agreed conclusions), während die NROs eine weitere große Anzahl von parallelen Veranstaltungen im dem der UN gegenüber liegenden Church Center abhalten. Zum zweiten Mal war der FRK ein Jugendforum mit über 750 Teilnehmer*innen aus aller Welt vorgeschaltet, dessen Ergebnisse in der Eröffnungsveranstaltung vorgestellt wurden.

Berichte der Vertreterinnen des Deutschen Komitees für UN Women und Gastbeiträge: Die 1. Woche

17.03.: Women in Water Diplomacy as key to economic Empowerment

In einer hochrangig besetzten Veranstaltung der Brasilianischen Ständigen Vertretung gemeinsam mit Soroptimist und Women for Water Partnership zum Thema  "Women in Water Diplomacy as key to economic Empowerment" wurde eindringlich ein internationales Jahr für Women and Water eingefordert, um auf diese Weise der besonderen Bedeutung der SDGs 5 (womens empowerment) und 6 (Wasser) für  die Weltvölkergemeinschft Rechnung zu tragen. Auch sollte mit dieser Veranstaltung ein Vorgeschmack gegeben werden auf das im März 2018 in Brasilia stattfindende 8. Weltwasserforum, eine große internationale Konferenz, auf der die Umsetzung der SDG-Agenda mit all ihren wichtigen Zielen eine bedeutende Rolle spielt. Ich habe in diesem Zusammenhang eine konkrete Darstellung von sog. best practices für eine bessere Einbeziehung von Frauen als Expertinnen (große Einkommensunterschiede) im Wassersektor, bessere Ausbildungsmöglichkeiten, Wertschätzung der Arbeit von Frauen im informellen Sektor, der Landwirtschaft etc. empfohlen.

17.03.: Townhall Meeting for Women's Civil Society Organizations with United Nations Secretary-General Antonio Guterres

Am 17. 3. fand auf ausdrücklichen Wunsch von Generalsekretär António Guterrez ein einstündiger Dialog mit der Zivilgesellschaft im randvollen großen Sitzungssaal der Vereinten Nationen statt. Guterrez war mit allen seinen engsten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gekommen. Er wollte aus dem Munde der Partnerinnen der Zivilgesellschaft deren Anliegen hören. Aus der großartigen interaktiven Veranstaltung sind als wichtigste Botschaften des Generalsekretärs zu entnehmen: "working with civil society is the best way for governments to move on" und "with gender parity things are better done". Die Gleichheit der Geschlechter auf allen Ebenen der VN ist sein Ziel, mit dessen Umsetzung er auch in seinem engsten Umfeld bereits begonnen hat. Er beabsichtigt in diesem Zusammenhang eine hochrangige Stelle in seinem Büro zu installieren. Für den Generalsekretär ist "parity....essential in all areas of political, economic, and social life".
Mehr Informationen finden Sie auf dem Veranstaltungsflyer.  

17.03.: Mission of Brazil, Women for Water Partnership (WfWP), Soroptimist International, Business and Professional Women (BPW) Brasil Women in Water diplomacy as key to economic empowerment

In einer hochrangig besetzten Veranstaltung der Brasilianischen Ständigen Vertretung gemeinsam mit Soroptimist und Women for Water Partnership zum Thema "Women in Water Diplomacy as key to economic Empowerment" wurde eindringlich ein internationales Jahr für Women and Water eingefordert, um auf diese Weise der besonderen Bedeutung der SDGs 5 (womens empowerment) und 6 (Wasser) für  die Staatengemeinschaft Rechnung zu tragen. Auch sollte mit dieser Veranstaltung ein Vorgeschmack gegeben werden auf das im März 2018 in Brasilia stattfindende 8. Weltwasserforum, eine große internationale Konferenz, auf der die Umsetzung der SDG-Agenda mit all ihren wichtigen Zielen eine bedeutende Rolle spielt. Ursula Schäfer-Preuss, Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Komitees für UN Women empfahl in diesem Zusammenhang eine konkrete Darstellung von sog. best practices für eine bessere Einbeziehung von Frauen als Expertinnen (große Einkommensunterschiede) im Wassersektor, bessere Ausbildungsmöglichkeiten, Wertschätzung der Arbeit von Frauen im informellen Sektor und der Landwirtschaft.

17.3.: Population Council: Making Cities Safer for Girls and Young Women: A Prerequisite for Economic Empowerment (Gastbeitrag von Sonja Birnbaum, Plan International Deutschland e.V.)

In den Metropolen Kairo, Delhi, Hanoi, Lima und Kampala hat Plan International das “Urban Programme - Sichere Städte für Mädchen und Frauen” gemeinsam mit UN Habitat  ins Leben gerufen. Plan International will mit diesem Projekt mehr Sicherheit für Mädchen in ihrem Wohnumfeld sowie in öffentlichen Bereichen wie Märkten, Parks und Gemeinschaftseinrichtungen schaffen. Mädchen und auch Jungen werden aktiv in die Gestaltung und Entwicklung ihres Stadtteils eingebunden. Auf der 61. Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen hat Plan sein Programm vorgestellt und Mariam und Hebatallah aus Kairo haben von ihren Erfahrungen berichtet https://plan-international.org/because-i-am-a-girl/creating-safer-cities#
Leben in Städten: Mädchen sorgen selbst für ihre Sicherheit. Zum ersten Mal in der Geschichte leben mehr Menschen in der Stadt als auf dem Land. Bis 2030 werden mehr als 700 Millionen Mädchen in Städten leben. Das birgt neben vielen Chancen auch große Gefahren. Besonders Mädchen und junge Frauen in Entwicklungsländern sind von sozialer- und finanzieller Benachteiligung betroffen. In den Vororten und Slums sind sexuelle Übergriffe, Angst, Gewalt und Diskriminierung immer noch an der Tagesordnung. Deshalb arbeitet Plan International - unter dem Dach der Kampagne Because I am a Girl - daran, die Lebensräume für Mädchen zu verbessern. Dafür haben wir  das „Urban Programme“ ins Leben gerufen. Plan International will betroffenen Mädchen mit seinem Projekt „Sichere Städte für Mädchen und Frauen“ mehr Schutz in öffentlichen Bereichen wie Märkten, Parks und Gemeinschaftseinrichtungen gewähren. Wenn Mädchen sicher in unseren Städten leben können, dann stärken wir auch ihre gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe. Mariam und Hebatallah aus Kairo, beide 13 Jahre alt, nehmen am Programm Teil und haben nun in New York über ihre Erfahrungen berichtet. In einem Jugendclub, dem sich die Mädchen mithilfe von Plan International angeschlossen haben, dokumentieren sie alle gefährlichen Ecken des Viertels. Bei den sogenannten Safety Walks erfassen die Mädchen potenziell gefährliche Orte - von Gemeinschaftstoiletten mit defekten Türschlössern bis hin zu kaputten Straßenbeleuchtungen, die am Abend zum Risiko werden. Der Plan Club bietet damit ein Forum, in dem sich die jungen Mädchen nicht nur austauschen können, sondern auch über ihre Rechte informiert werden. Sie sammeln Ideen und Anregungen, um ihre Stadt sicherer zu machen.
„Wenn wir bedrängt oder angefasst werden, dann rufen wir die Child-Line-Nummer an - die Plan-Hotline für junge Leute - und beschweren uns“, erklärt Mariam. Mariam hat mit Vertretern der Regierung diskutiert, wie die Stadt für alle Mädchen sicherer werden könnte. "Ich möchte zeigen, dass es für alle ein großer Gewinn ist, wenn Frauen und Mädchen sicherer leben können." Und Hebtallah ergänzt: „Seitdem ich bei der Mädchengruppe "Nour El Hayat" (Licht des Lebens) mitmache, kann ich viel besser ausdrücken, was mir Angst macht und dann gemeinsam mit den anderen ein Lösung finden. Alle Mädchen sollen das können damit wir gemeinsam gegen Belästigungen vorgehen können und sicher in die Schule gehen können!" Plan International arbeitet seit 2003 unter dem Dach von Because I am a Girl daran, dass Mädchen gleichberechtigt aufwachsen und die gleichen Chancen erhalten wie Jungen. Mehr Informationen
Video "Safer Cities - Sichere Städte für Mädchen" anschauen

16.03.: The empowerment of indigenous women

Vor Beginn des Interaktiven Dialogs fand eine  Zeremonie  der indigenen Frauen, die  aus allen Erdteilen gekommen waren, statt, in der um einen guten Verlauf  der Sitzung in gutem Geist gebeten wurde: „pushing the culture of peace / respecting Mother Earth“. Vor 10 Jahren wurde die United Nations Declaration on the Rights of Indigenous Peoples (UNDRIP) beschlossen, die auch umfassende ökonomische und soziale Rechte sowie Schutz vor Gewalt und Diskriminierung  für indigenen Frauen benennt. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ist ein zusätzlicher Impuls, der diese Rechte bekräftigt -„leave no one behind“ - und weist auf die Situation indigener Frauen hin. Regierungsvertreter*innen und Expertinnen aus dem Umkreis der weltweiten Arbeit mit indigenen Frauen sind in den Dialog eingebunden. Es sind dies u.a. Frauen aus dem Norwegischen Sami Parlament, aus der Nepalesischen indigenen Behinderten Vereinigung, Aktivistinnen der Massai aus Kenya, der  Quechuan aus Peru und der Tuareg in Mali. Die Zusammenfassung der Diskussionen durch den Chair, H.E. Mr. Antonio de Aguiar Patriota, wird in die Arbeit des United Nations Permanent Forum on Indigenous Issues ebenso wie in die Vorbereitungen zum 2017 High-Level Political Forum einfließen. 

16.03.: Ending violence against women: preventing and response in the world of work

Die Veranstaltung thematisierte, dass viele Frauen tagtäglich sexuelle Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz erfahren. Belästigungen und Beschimpfungen im beruflichen Kontext finden überall auf der Welt statt. Dies ist ein globales Problem, weshalb Interventionen vieler Akteur*innen erforderlich sind. Es muss eine Veränderung von Gesetzen stattfinden, die Frauen mehr schützen und ihnen Sicherheit geben. Oftmals haben die Opfer zu viel Angst, ihren Job zu verlieren, wenn sie die Belästigungen öffentlich machen. Frauen müssen sich am Arbeitsplatz sicherer fühlen können. Gewalt im beruflichen Kontext wirkt sich auf viele Faktoren negativ aus: sie verringert die Produktivität der Arbeitnehmerinnen und bringt durch erhöhte Fehlzeiten, Kosten für die Arbeitgeber*innen mit sich. Institutionen schenken Frauen, die von Belästigungen und Beschimpfungen betroffen sind, oftmals zu wenig Gehör und lassen sie damit alleine. Sie müssen Verantwortung übernehmen und aktiv werden für die Rechte von Frauen am Arbeitsplatz. Das Thema muss innerhalb der Arbeitswelt mehr Beachtung finden, damit Frauen sich sicherer fühlen können, denn dies ist ihr Grundrecht.
Die Veranstaltung ist außerdem als Webcast auf UN Web TV und bei Facebook abrufbar. 

16.03.: The Changing World of Work with Need for 21st Century Skills

Empower women von UN Women ist eine online Plattform für Frauen, die beruflich und gesellschaftlich vorankommen wollen. Bei der FRK stellte empower women eine neue Initiative bzw. einen Prototyp vor: die Virtual Skills School "WeLearn". Diese Lernplattform wird speziell für Frauen und Mädchen entwickelt, damit sie die Möglichkeit bekommen, eine bessere Schulbildung zu bekommen, einen angemessenen Arbeitsplatz zu finden oder sich selbstständig machen zu können. Unterstützt wird UN Women dabei von dem öffentlichen und privaten Sektor und der Zivilgesellschaft. Phumzile Mlambo-Ngcuka unterstrich die Notwendigkeit einer Schulbildung besonders für Mädchen aus mittellosen Familien, damit sie nicht auf die Versorgung der Familie oder des Ehemanns angewiesen sind. Unterstützt wird UN Women bei der Erstellung der Lernplattform von Unternehmen wie UNILEVER und den Unternehmen, die sich bereits bei empower women als "Champions" engagieren. UN Women sei wichtig, dass der Lehrplan auf die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen zugeschnitten sei und Stereotype überwinde. Neben dem online Tool werde es auch möglich sein, das Angebot in Gegenden ohne Internet anzubieten. Dafür wurde extra ein kostengünstiges, mit Solarenergie aufladbares Gerät entwickelt, das Frauen und Mädchen zur Verfügung gestellt werden kann. Die Veranstaltung ist außerdem als Webcast auf UN Web TV und bei Facebook abrufbar. 

16.03.: "Gemeinsam müssen wir die Stärke internationaler Vereinbarungen wirksam einsetzen"

Die Rede von UN Women Deputy Executive Director Lakshmi Puri bei der Eröffnungssitzung des diesjährigen Überprüfungsthemas "Herausforderungen und Errungenschaften in der Umsetzung der Millenniumentwicklungsziele für Frauen und Mädchen" können Sie hier auf Englisch lesen

16.03.: Work-life (Im)balance - Policies and practices empowering women to achieve their full potential in the workplace and the family

Es wurden verschiedene Modelle vorgestellt, mit denen Ungarn die Vereinbarkeit von bezahlter und unbezahlter Arbeit realisieren möchte, etwa das Recht von Eltern in Teilzeit zu arbeiten, bis das Kind drei Jahre alt ist. Oder eine volle Rente nach 40 Jahren Erwerbstätigkeit (unabhängig vom Alter), so die Großmutter durch die Verrentung ihre Kinder bei der Kindererziehung unterstützen wolle. Die Kinderbetreuungsinfrastruktur sei massiv ausgebaut worden. Es würden Anreizsysteme für Unternehmen geschaffen und z.B. der „Family-Friendly Workplace Award“ ausgelobt. UN Women entwickelt ein Flagship Program zum Thema Care Economy (zum „Triple R“-Ansatz siehe Bericht vom 15.03.). Forschung habe ergeben, dass Investitionen in soziale Infrastruktur im Vergleich zu physischer Infrastruktur für Frauen enorm vorteilhaft wäre. Es würden mehr neue Jobs etwa in der Kinderbetreuung (die mehrheitlich von Frauen ausgeübt würden, deren Gehalt aber zumeist erhöht werden müsse) als beim Bau von Straßen gebaut und diese wären dauerhafter. Kinder würden besser ausgebildet und Frauen könnten am Arbeitsleben teilhaben. Judit Polgár, ungarische Schachgroßmeisterin und UN Women „Global Champion 50-50“ berichtete von ihrer Erziehung, ihrem Lebensweg und ihrer Stiftung „Judit Polgár Chess Foundation“. Veronica Berti Bocelli stellte ebenfalls die Arbeit der Andrea Bocelli Foundation vor. Hedva Ser, UNESCO Goodwill Ambassador and Special Envoy for Cultural Diplomacy berichtete von ihren Projekten, die Frieden durch Kunst befördern wollen.
Mehr Informationen über die Veranstaltungen finden Sie in der Einladung. Die Veranstaltung ist außerdem als Webcast auf UN Web TV abrufbar. 

16.03.: Iceland and HeforShe The Barbershop Toolbox - Changing the Discourse among Men & Boys on Gender Equality

Die Veranstaltung in dem wieder einmal überfüllten Raum führte das Barbershop Toolkit der isländischen Regierung ein, das in Zusammenarbeit mit dem isländischen Komitee für UN Women erarbeitet wurde. Das isländische UN Women Komitee entwickelte eigenständig die Barbershop Toolbox für das isländische Ministerium für auswärtige Angelegenheiten. Es sei Teil der HeForShe Verpflichtung der Regierung und wolle die ungleiche Machtverteilung zwischen Männern und Frauen, stereotype Geschlechterrollen und die daraus resultierenden Probleme angehen. Es solle Männer dort abholen, wo sie sind – im übertragenen Sinne und ganz wörtlich, etwa im Barbershop (Friseurladen). Sie sollen in einem geschützten Umfeld lernen können, für ihr eigenes Verhalten Verantwortung zu übernehmen und auch andere Männer zur Verantwortung ziehen. Sie sollen die Vorteile kennenlernen, die eine Stärkung von Frauen mit sich bringt. Das Toolkit zur Organisation von Barbershop Workshops oder Konferenzen könne von Regierungen, NGOs, politischen Parteien, Lehrer*innen, Trainer*innen, dem Privatsektor, im Privatleben usw. weltweit genutzt werden – es werde demnächst in die anderen UN Sprachen übersetzt. Es solle nicht Frauen ausschließen, sondern Männer einbeziehen und eigne sich auch für gemischte Gruppen, es beschäftige sich u.a. mit Terminologie und mit dem Thema Gewalt.
Weitere Informationen finden Sie hier. Aktiv in diesem Bereich sind auch Promundo und MenEngage Alliance.
Mehr Informationen über die Redner*innen finden Sie in der Einladung

15.03.: Gender Responsive Humanitarian Action: GenCap De-Brief Featuring Cases from Colombia and Central African Republic

In einem Side Event unter Vorsitz der erst vor Kurzem vom VN Generalsekretär ernannten ranghöchsten deutschen Bediensteten der Vereinten Nationen, Assistant Secretary-General for Humanitarian Affairs and Deputy Emergency Relief Coordinator, Ursula Müller, zum Thema „Gender Responsive Humanitarian Action: GenCap De-Brief Featuring Cases from Colombia and Central African Republic“ wurde in sehr anschaulicher Weise an den beiden Länderbeispielen folgendes deutlich. Eine humanitäre Antwort auf Krisen wie in den dargestellten Ländern muß von Anbeginn gender sensitive Arbeit miteinbeziehen. Das betrifft auch entsprechende gender-relevante Sammlung von Daten von Anbeginn der Krise. Zu diesem Zweck wurde 2007 ein Gender Standby Capacity Project (GenCap) als gemeinsame Initiative des Inter-Agency Standing Committe (IASC) bei dem United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) und dem Norwegian Refugee Council (NRC) mit sog. Senior Gender Advisors für kurzfristige Unterstützung in Krisen eingerichtet. Das Projekt erhält inzwischen von weiteren Gebern finanzielle Unterstützung, muß jedoch von Jahr zu Jahr aufgestockt werden, was dessen Nachhaltigkeit immer wieder hinterfragt, zumal die sog. GenCap Berater*innen gewissenmaßen als Feuerwehr nur für begrenzte Zeit zum Einsatz kommen und die lokalen Hilfskräfte für gender sensitive Arbeit anleiten und ausbilden sollen. Es wurde in der Diskussion deutlich, daß die Gender-Aspekte am jeweiligen Bedarf orientiert werden müssen und dass es dringend erforderlich ist, Gender-Aspekte auch im Laufe der „Konsolidierungsphase“ nach einer humanitären Krise durch sog. Gender Champions fortzuentwickeln, d.h. wenn die Gender Advisors ihren Auftrag „erfüllt“ haben. In einer insgesamt sehr offenen und engagierten Diskussion wurde vor allem in Bezug auf das Länderbeispiel Kolumbien deutlich, dass das Instrument des/r sog. GenCap Berater*in eine unverzichtbare Brücke zwischen humanitären Einsätzen und friedensstiftenden Maßnahmen ist. Die Herausforderung ist wie so oft bei solchen Initiativen die schwankende Mittelverfügbarkeit wegen eines fehlenden Mehrjahresbudgets.

15.03.: Unpaid Care Work – Care policies in the Agenda 2030: Advancing the Triple R framework to Recognise, Reduce and Redistribute unpaid care work

Etwa 75% der unbezahlten Sorge- und Hausarbeit werde weltweit von Frauen erledigt. Unterbewertet, zumeist unsichtbar in ökonomischen Kalkulationen, arbeits- und zeitintensiv. Zeit, die fehlt, um bezahlter Arbeit nachzugehen, sich weiterzubilden, zu entspannen. Und doch sei es ein Thema der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung, Thema des ersten Berichts des High Level Panel. Ziel sei es, die Arbeit anzuerkennen, sichtbar zu machen und unbezahlte besser mit bezahlter Arbeit in Einklang zu bringen. Der Ansatz, wie der Titel der Veranstaltung bereits erkennen lässt, ist „Triple R“: Recognize (Anerkennen), Reduce (Verringern – nicht die Sorgearbeit an sich, sondern den Anteil, den Frauen privat leisten – hier geht es z.B. um den Ausbau der Infrastruktur wie etwa erschwingliche öffentliche Kinderbetreuung oder Zugang zu Wasser und Elektrizität oder den Einsatz arbeitssparender Technologie in ländlichen Gebieten), Redistribute (Umverteilen – zwischen Männern und Frauen, wobei aber auch Frauen ganz unterschiedlich viel Zeit mit Sorgearbeit verbringen). Hier seien einerseits Unternehmen gefragt, die z.B. auch ihren Mitarbeitern Elternzeit zugestehen und regelrecht fordern sollten, dass Männer ihren Teil der Familienarbeit leisten. Andererseits müssten aber auch Regierungen für die Gesetzgebung und die Rahmenbedingungen (etwa die bereits angesprochene Infrastruktur) sorgen. Es müsse ein Einstellungswandel stattfinden, denn die ökonomische Stärkung von Frauen führe zwar zumeist zu mehr Autonomie und reduziere sogar Gewalt gegen Frauen, führe aber nicht dazu, dass Frauen deutlich weniger Zeit auf Sorgearbeit verwenden würden. Hier müsse man bereits Kinder egalitär erziehen und Männer in die Verantwortung nehmen. Es wurde auch immer wieder auf die Situation von Hausangestellten eingegangen, die unter angemessenen Bedingungen arbeiten müssten und abgesichert werden müssten. 
Veranstaltungseinladung

15.03.: An Unstereotyped World: Catalyzing the Private Sector to Change the Way the World Works for Women by Tackling Harmful Social Norms and Gender Stereotypes

In dem komplett überfüllten Raum im Büro von UN Women fand die gemeinsame Veranstaltung mit Unilever, Oxfam und dem Government Equalities Office der britischen Regierung statt. Das Interesse war so groß, dass Leute außerhalb des Raums saßen und das Geschehen durch die Glaswand und die geöffnete Tür verfolgten. Unilever, Oxfam und auch Phumzile Mlambo-Ngcuka betonten, dass in erster Linie Möglichkeiten für Frauen geschaffen werden müssen. Es sei ein dringliches soziales und moralisches Problem, dass die Rolle der Frau mit stereotypen Vorstellungen behaftet ist. Stereotype und soziale Normen bestimmen auf diese Weise auch über das Schicksal einer Frau. Vorschläge, um eine Gleichstellung der Geschlechter zu verwirklichen, waren unter anderem Frauen angemessene Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen, geteilte Haus- sowie Fürsorgearbeit, in erster Linie jedoch das Verändern von sozialen Normen und Vorstellungen, wie eine Frau zu sein hat. Es wurde bekräftigt, dass internationale Organisationen, die Zivilgesellschaft, Regierungen wie auch Unternehmen gemeinsam daran arbeiten müssen. Bezug genommen wurde auf den neuen Bericht von Unilever "Opportunities for Women"
Mehr Informationen über die Veranstaltung auf der Einladung

15.03.: From Evidence to Action: Introducing Equal Measures 2030 (Gastbeitrag von Sonja Birnbaum, Plan International Deutschland e.V.)

Millionen Mädchen und Frauen bleiben unsichtbar. Die Nachhaltigen Entwicklungsziele sehen die Gleichberechtigung der Geschlechter vor. Doch bisher gibt es kaum verlässliche Zahlen zur Situation von Mädchen und Frauen weltweit. Die Initiative Equal Measures 2030 wird diese Daten erheben und so Fortschritte in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit dokumentieren. Die Partnerschaft zwischen Plan International, Women’s Health Coalition, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG sowie den Lobbyorganisationen ONE und Women Deliver wurde auf der 61. Frauenrechtskommission vorgestellt. „In vielen Ländern liegen uns keine Daten zur Situation von Mädchen und Frauen vor. Sie sind oft unvollständig oder nicht effektiv zusammengefasst. Millionen Mädchen bleiben dadurch unsichtbar. Damit Regierungen die nötigen Schritte unternehmen, um geschlechterbasierte Gewalt, Frühverheiratung und Teenagerschwangerschaften zu beenden, benötigen wir konkrete Zahlen und Fakten - auch um unsere Forderungen mit präzisen Informationen zu stützen“, erklärt Anne-Brigitte Albrectsen, CEO von Plan International. Um die Effizienz zu steigern und den Zugang zu relevanten Daten zu sichern, werden die Partner eng mit einer Vielzahl von Organisationen kooperieren - darunter UN-Vertretungen und nationale Regierungen. Die Daten werden mit den Zielen der globalen Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele (SDGs) abgeglichen. Auf diese Weise sollen Fortschritte gemessen, aber auch dokumentiert werden, wo Rückstand herrscht. Dies ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass die Rechte und die Gleichstellung von Mädchen und Frauen weiter auf der Agenda der Staaten bleiben. Nur so kann die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen während der kommenden 15 Jahre, der Umsetzungsphase der SDGs, erreicht werden. Die Agenda für Nachhaltige Entwicklung hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, Geschlechtergrenzen in Bildung, Ernährung, Sanitär und Hygiene aufzulösen sowie Verletzungen von Mädchenrechten in den Bereichen sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie geschlechterbasierte Gewalt abzuschaffen. Die Datenerfassung ist eine Weiterentwicklung der Plan International-Publikation „Zur Situation der Mädchen in der Welt“, die zwischen 2007 und 2015 jedes Jahr zu einem aktuellen Thema erschienen ist. Plan International arbeitet seit 2003 unter dem Dach von Because I am a Girl daran, dass Mädchen gleichberechtigt aufwachsen und die gleichen Chancen erhalten wie Jungen. https://www.plan.de/kampagnen-und-aktionen/because-i-am-a-girl-fuer-die-rechte-von-maedchen.html

15.03.: Sexist Hate Speech - A violation of women's human rights

Der Tenor der Veranstaltung war: Sexist Hate Speech sei nichts Neues, eine Menschenrechtsverletzung, wurzele in ungleicher Machtverteilung zwischen den Geschlechtern und der Vorstellung, dass Frauen den Männern unterlegen seien. Sie finde online, in der relativen Anonymität des Internets, das an anderer Stelle die Menschen zusammengebracht habe, nun aber auch einen neuen „playground for bullies“ biete - aber auch offline statt. Es gäbe Politiker*innen, die sie nutzen, um ihre Agenda voranzubringen oder sie sei sogar regelrechte Staatsdoktrin. Sie werde genutzt, um Frauen zu demütigen, einzuschüchtern, zu entmutigen, zum Schweigen zu bringen. Sie biete oft das Klima für weitere Unterdrückung. Es gäbe Gruppen von Frauen, etwa Politikerinnen, die besonders zum Ziel solcher Angriffe werden. Oftmals Frauen, die sich gängigen traditionellen Geschlechterrollen versagen, Macht ausüben (wollen) und ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen. Dies sei oft das Argument dafür, dass man nichts dagegen unternehmen könne – man könne das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht einschränken. Dies sei aber nicht korrekt: Sobald die Ausübung des eigenen Rechtes das anderer Personen einschränke, ihrerseits ihr Recht auszuüben frei zu sprechen und zu leben, könne eingeschritten werden. Belgien und Frankreich hätten explizite Gesetze gegen Sexismus und Sexist Hate Speech, die als vorbildlich gepriesen wurden. Sexist Hate Speech könne aber alle Frauen treffen und würde doch oft in seinen verschiedenen Ausprägungen (etwa Bodyshaming, Slutshaming, extremer Lookism, Vorwürfe von Promiskuität, Androhung von Gewalt, Objektifizierung, Hypersexualisierung) nicht erst genommen. Nicht selten habe dies aber psychologische Folgen oder führe Sexist Hate Speech am Arbeitsplatz dazu, dass Frauen sich aus dem Arbeitsleben zurückziehen und Karrierechancen verpassen oder gar ihren Job verlieren. Neben Gesetzen wären Sensibilisierungskampagnen gerade auch für junge Menschen zudem enorm wichtig. Viele Akteur*innen müssten hier zusammenarbeiten, um Geschlechterrollen und Machtverhältnisse zu verändern. Vorgestellt wurde u.a. die Gender Equality Strategy des Council of Europe mit ihren fünf Zielvorgaben. Bezug genommen wurde u.a. auf die sogenannte Istanbul Konvention oder die Recommendation on Gender Equality and the Media. Eine neuere Kampagne ist das No Hate Speech Movement
Veranstaltungsflyer

15.03.: Briefing des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Am Morgen des 15. März veranstaltete das BMFSFJ ein Briefing für deutschsprachige NGOs in der Ständigen Vertretung (StäV). Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse des Jugendforums und der Entwurf für das Abschlussdokument der Frauenrechtskommission. Von der StäV hat man übrigens einen spektakulären Blick auf das Hauptquartier der Vereinten Nationen. 

Leider mussten die Sitzungen am 14. März 2017 wegen eines Schneesturms ausfallen

13.03.: "Eine Welt, in der Menschen auf dem Markt wie Vieh gehandelt werden, können wir nicht akzeptieren!"

CSW61-Expertenpanel fordert größere Anstrengungen von Regierungen zur Bekämpfung von moderner Sklaverei

Über 20 Millionen Menschen weltweit arbeiten Schätzungen zufolge als Sklaven, mehr als Dreiviertel von ihnen sind Frauen und Mädchen. Sie werden von ihren Familien verkauft, von Menschenhändlern gestohlen, entführt und zu unbezahlter oder schlecht bezahlter Arbeit gezwungen, als menschliche Schutzschilde verwendet, zur Prostitution gezwungen, zu Kindersoldaten gemacht, zwangsverheiratet oder von Terrororganisationen wie Boko Haram oder der IS als Brutmaschinen missbraucht. Durch ihre Ausbeutung werden jährlich Profite um die 150 Milliarden Dollar gezogen. Und die Zahl der Betroffenen,  von denen die meisten aus fragilen Staaten stammen, steigt stetig: durch Hungersnöte, durch wachsende Armut und Arbeitslosigkeit, durch bewaffnete Konflikte und die aus diesen Gründen anwachsende Menge von Flüchtlingen und Migranten. Angesichts dieser Fakten war die Stimmung auf der CSW61-Veranstaltung "Addressing the Gender Dimensions of Modern Day Slavery" entsprechend gedrückt: keines der Mitglieder des hochrangig besetzten Panels sieht ernsthaft eine baldige Besserung der Lage vorher, auch wenn sich die Weltgemeinschaft 2015 im Rahmen des 2030 SDGs selbst dazu verpflichtet, den Menschenhandel zu bekämpfen. Was getan werden muss, um die Situation zu ändern, darüber waren sich die Diskutierenden einig. Sie forderten insbesondere:
*Eine striktere Strafverfolgung der in den Menschenhandel involvierten kriminellen Personen und Organisationen
*Eine Verbesserung der Lebensbedingungen in den besonders stark betroffenen Regionen - speziel der Bildungsangebote - sodass die dort lebenden Frauen und Mädchen und ihre Familien weniger gefährdet sind
*Einen stärkeren Fokus humanitärer Arbeit auf die besonderen Bedürfnisse von Frauen und Mädchen, vor allem im Kontext von Flucht und Verfolgung
*Eine verbesserte Datenlage, die ein tieferes Verständnis der Ursachen und Auswirkungen des Menschenhandels ermöglicht und vor allem
*Die engere und effektivere Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Strafverfolgungsbehörden und NGOs - also ohne das derzeit noch verbreitete Kirchturmdenken.
"Bei Menschenhandel geht es um Macht, um den gezielten Ausschluss bestimmter Personengruppen aus der Gesellschaft, die man dann versklaven kann, also um die absichtliche Etablierung von Ungleichheitssystemen," schloß Aidan McQuade, Direktor der internationalen Menschenrechtsorganisation Anti-Slavery International. " Deshalb ist die Bekämpfung der Sklaverei grundsätzliche eine Sache der Politik, nicht der Strafverfolgungsbehörden. Organisationen, wie die unsere, müssen viel zu viel Zeit damit verschwenden, sich mit Regierungen zu streiten. Das muss sich ändern. Sonst treffen wir uns wieder zu Konferenzen wie dieser und fragen nochmal und nochmal und nochmal: was können wir tun, um moderne Sklaverei zu beenden...".

13.03.: World Bank Group, Global Women's Institute of the George Washington University, World Health Organization, and Government of Canada National and Community Based Prevention Programs Addressing Intimate Partner Violence

Betont wurde, dass wir diese Pandemie nur mit einem multisektoralen und Multi-Akteurs Ansatz bekämpfen könnten. Strategien müssten gemeinsam erarbeitet werden, im Falle von Kanadas „Federal Strategy on Gender-based Violence” sei daran neben der Regierung auch ein zivilgesellschaftlicher Sachverständigenbeirat beteiligt gewesen, um das Wissen der Frauenbewegung aufzunehmen, ebenso wie Überlebende. Auch bestehende regionale Maßnahmen seien einbezogen und auf eine starke Monitoring-Komponente gesetzt worden. Es wurde festgehalten, dass es nicht nur ein moralisches Gebot sei, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit, da Gewalt gegen Frauen nicht nur individuelle Folgen habe, auch nicht nur die Familie betreffe, sondern die gesamte Gemeinschaft und Wirtschaft.
Die Weltbank stellte ihren Bericht „Community-based approaches to intimate partner violence“ vor, den sie gemeinsam mit dem Global Women’s Institute der George Washington University veröffentlicht haben und bei dem es um gemeindebasierte Strategien gegen Gewalt gegen Frauen geht. Es sei wichtig, die Akzeptanz von Gewalt infrage zu stellen – immer an den jeweiligen Kontext angepasst und mit einem langen Atem und ausreichender Finanzierung.
Das Global Research Institute Washington stellte die ersten Ergebnisse einer Studie vor, die sich mit 20 Jahren Arbeit gegen Gewalt in Nicaragua, dem mühsam herbeigeführten Einstellungswandel im Verlauf einer Generation und der in Inanspruchnahme von Hilfeleistungen durch Betroffene beschäftigt. Die Studie wird hier veröffentlicht werden. Durch die gemeinsame Arbeit der Zivilgesellschaft und die Regierung habe sich die Gewalt gegen Frauen in diesem Zeitraum um 50% reduziert. Die australische NGO OurWatch stellte mit den Worten „You are welcome to rip it off!“ den „Shared framework for the primary prevention of violence“ vor. Er beschäftigt sich mit Faktoren wie Geschlechterungleichheit, ungleichen Machtverhältnissen und Rollenvorstellungen, die noch relevanter für das Thema seien als Gewalterfahrungen in der Kindheit oder der Missbrauch von Alkohol. Auch werden Maßnahmen vorgestellt, um die sozialen Normen zu verändern und Überlebende zu unterstützen.
Die WHO stellte den Beitrag des Gesundheitssektors und Möglichkeiten zur Einflussnahme (etwa im Rahmen von Hausbesuchsdiensten) vor. So könne man zum Beispiel durch die Bereitstellung von Daten zur Sichtbarmachung und Prioritätensetzung für die globale Gesundheitsagenda beitragen. Bei der World Health Assembly wurde im Mai 2016 ein „Global Plan of Action“ vorgestellt, der vier Empfehlungen enthält. In der anschließenden Diskussion wurde unter anderem darauf eingegangen, dass alle diese Dienste auch nutzbar für marginalisierte Frauen, jene mit wenig finanziellen Ressourcen und/oder mit Behinderungen gemacht werden müssen. Und das auch in der Datensammlung und in den Interventionen konkreter auf Mädchen eingegangen werden müsse.  
Flyer zur Veranstaltung. 

13.03.: UNESCO und die ständige Vertretung von Senegal: Side Event Empowering junge Unternehmerinnen in Afrika mithilfe der Informations- und Kommunikationstechnologie: Mit Apps Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung in einer sich verändernden Arbeits

Senegal setzt auf Internettechnologie, wenn es darum geht, Arbeitsplätze für junge Menschen zu schaffen. Dabei werden besonders junge Frauen gefördert, sich Programmierkenntnisse anzueignen und sich selbständig zu machen. Das Telekommunikationsministerium, Wirtschaftsunternehmen (Internetanbieter) und UNESCO machen den jungen Frauen zusammen mit einem Netzwerk von Frauen Mut und unterstützen sie, sich neue Kenntnisse anzueignen und ein eigenes Unternehmen zu gründen. Einige junge Frauen, fast alle zwischen 20 und 30, waren anwesend und stellten ihre Projekte und Initiativen vor: Ndeye Aida Gueye hat eine elektronische Gesundheitskarte für schwangere Frauen entwickelt sowie eine online Plattform ins Leben gerufen, mit der schwangere Frauen mit einem Arzt kommunizieren können. Aida Mansour Lo hat gemeinsam mit Freundinnen eine App entwickelt, um bekannt zu machen, welche Landflächen im Senegal zum Verkauf stehen, damit die Grundstücke und Flächen besser genutzt werden können.  Die App findet eine gute Resonanz und soll bald überall im Senegal eingesetzt werden. Seynabou Thiam Founder ist Projektmanagerin und entwickelte eine online Plattform, auf der sich Mütter untereinander austauschen und unterstützen können. Martha Chumo Founder ist eine Unternehmerin aus Kenia, die Jugendlichen aus den Slums  für wenig Geld zeigt, wie man Apps selbst entwickeln kann. UNESCO hat Martha dabei unterstützt und ihr geholfen, das Lehrmaterial zu verbessern und sie als Trainerin in den Südsudan geschickt. Sie gründete „DevSchool“ und schuf so neue Arbeitsplätze. Ganz nebenbei wurden Lösungsansätze im Bereich der Landwirtschaft, Gesundheitswesen und Bildung geschaffen.   Ziel ist es, die junge Generation in Afrika mit den Fähigkeiten und Möglichkeiten auszustatten, damit sie im modernen Zeitalter erfolgreich sein können, indem sie innovative Apps für die Industrie entwickeln. 

13.03.: Launch der „Global Equal Pay Platform of Champions“

Am Abend des 13. März wurde die „Global Equal Pay Platform of Champions“ von UN Women und der ILO, unterstützt von den Regierungen von Island, Südafrika und der Schweiz, gestartet. Die Champions, Aktivist*innen aus Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und Privatsektor, Promis wie Patricia Arquette und Abby Wambach sowie Regierungen nahmen zum Thema Stellung. Sie stellten vor, welche Maßnahmen sie zu ergreifen gedenken, um das Thema der gleichen Bezahlung für gleiche und gleichwertige Arbeit voranzubringen. Island bringt beispielsweise gerade den „Equal Pay Standard“ auf den Weg.
Gegenwärtig beträgt die weltweite Lohnlücke 23%, die über den Lebensverlauf zu gravierenden Einkommensunterschieden (in Deutschland können Frauen mit 49% weniger Verdienst rechnen als Männer) und nicht selten zu Altersarmut für Frauen führen. Darum stellte UN Women darüber hinaus auch die Kampagne #StopTheRobbery vor. Mehr Informationen finden Sie in der Pressemitteilung von UN Women.

13.03.: Sideevent des Deutschen Frauenrats und des Verbands deutscher Unternehmerinnen anlässlich des Women 20 Dialogprozesses: Empowering Women durch G20

Bettina Metz-Rolshausen, Geschäftsführerin vom Deutschen Komitee für UN Women und Dr. Ursula Schäfer-Preuss, Vizepräsidentin des Deutschen Komitees, bei der Sitzung (Foto: Ulrike Helwerth, Deutscher Frauenrat)

"Verhelft W20" zum Erfolg, war die Aufforderung bei der Podiumsdiskussion des Women 20 Side Event. W20 ist der Dialogprozess zum G20 Gipfel, der die wirtschaftliche Stärkung von Frauen beschleunigen will. Meg Jones (UN Women) rief alle Anwesenden auf, in ihren Ländern die jeweiligen Verhandlungsführer*innen aufzufordern , sich für das wirtschaftliche Empowerment von Frauen stark zu machen - W20 soll keine Alibiveranstaltung werden, sondern eine Bewegung, die bei allen G20 Treffen weitergeführt wird. Es reiche nicht aus, Empowerment innerhalb des W20 Dialogprozesses zu fördern, sondern Gleichberechtigung muss Mainstream bei allen Prozessen sein, die den G20 Prozess begleiten. Relevante Themen sind der informelle Sektor, unbezahlte Pflege- und Familienarbeit, die ungleiche Bezahlung für Frauen und Männer sowie der digitale Wandel. Im Rahmen der Vorbereitungen für den W20 wurde eine Studie erstellt und erste Ergebnisse vorgestellt, wie die digitale Kluft zwischen den Geschlechtern geschlossen werden kann. Die vollständige Studie erscheint zum W20 Gipfel im Juli. Es diskutierten: Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin, BMFSFJ, Meg Jones, Chief, Economic Empowerment, UN Women, Elizabeth Vazquez, Board President/ CEO and Co-Founder, WEConnect International, Mona Küppers, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, Claudia Große-Leege, General Manager, Verband deutscher Unternehmerinnen und Franziska Kreische, Projektmanagerin, betterplace.lab, Moderator: Juliane Rosin, Executive Manager, Women20 Germany
Pressemitteilung "W20 goes UN" | www.w20-germany.org
Die Veranstaltung  ist als Webcast auf UN Web TV abrufbar. 

13.03.: Denmark, Finland, Iceland, Norway and Sweden - Gender equality the Nordic way: What can we learn from it?

Trotz zahlloser Unterschiede zwischen den nordischen Ländern kann generell von dem Model der #NordicEquality gesprochen werden. Mehr Frauen als Männer haben akademische Abschlüsse, Frauen sind in großen Zahlen im formellen Sektor beschäftigt, 75% der Mütter arbeiten, viele Frauen sind in der Politik repräsentiert. Und dennoch gibt es noch viele Unterschiede in der Wahl der Studienfächer und einen vertikal und horizontal segregierten Arbeitsmarkt mit einem Gender Pay Gap, Frauen arbeiten öfter in Teilzeit als Männer.
Zwei Expertinnen diskutierten gemeinsam mit fünf Minister*innen aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden und dem Publikum in dem vollkommen überfüllten Raum über die Ausgangssituation (etwa universelle Gesundheitsvorsorge und Bildung, gut ausgebaute und finanzierbare Kinderbetreuung, Elternzeit-Systeme mit Vätermonaten, Quoten für Vorstände, Individualbesteuerung und Antidiskriminierungsgesetze) und Lösungsvorschläge, etwa dem Aufbrechen von Stereotypen schon im jungen Alter, Rollenvorbilder, Weiterbildung von Kindergartenmitarbeiter*innen und Lehrkräften sowie Regelungen zu Lohngleichheit. Ein Thema das immer wieder aufkam, waren sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte, die als untrennbar vom Thema der ökonomischen Selbstständigkeit verstanden wurden – z.B. die Option Kinder erst dann zu bekommen, wenn sich das Paar dafür entscheidet. Auch das Thema "Unconscious Bias" kam immer wieder auf und wie man den Einfluss davon mindern könne, z.B. durch Bewerbungsverfahren, die keinen Rückschluss auf das Geschlecht enthalten.
Fazit: Es müsse ein starker politischer Wille da sein und starke Allianzen geschmiedet werden, um allen Menschen klar zu machen, dass es nicht nur das Richtige, sondern auch das Rationelle ist, Frauen ebenbürtig in den Arbeitsmarkt einzubinden.
UN WebTV: http://webtv.un.org/  

Eröffnungs-Statement von UN Women Executive Director Phumzile Mlambo-Ngcuka: "Konstruktive Ungeduld für einen Wandel" (Auszüge)

Die Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen (FRK) befasst sich mit der aktuellen Lage von Frauen. Sie prüft die Fortschritte, die durch Frauen und Mädchen geschaffen wurden und beurteilt die bleibenden Herausforderungen. Sie ist ein Barometer der Fortschritte einer Welt, die frei von Geschlechterdiskriminierung und Ungleichheit ist, einer Welt, die niemanden zurücklässt. Die FRK hilft uns dabei, die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.
Das Schwerpunktthema der 61. FRK, wie im Bericht des Generalsekretärs der Sitzung dargelegt, ist „die wirtschaftliche Stärkung von Frauen in einer sich verändernden Arbeitswelt“. Eine inklusive Wirtschaft und eine positive Arbeitswelt sind eindringliche Wege, sich aus den Kreisläufen der Armut zu befreien. Derzeit sehen wir in einigen Bereichen der Agenda zur Gleichstellung der Geschlechter einen Fortschritt, jedoch sehen wir gleichzeitig auch Hindernisse. Die dringend gebrauchten positiven Entwicklungen geschehen nicht schnell genug. Wir müssen ebenso zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass wir einen Wendepunkt im Leben möglichst vieler Frauen erreichen. Wir brauchen eine schnelle und entschiedene Handlung, die durch die Arbeitswelt herbeigebracht werden kann, sodass wir Frauen nicht noch weiter zurücklassen (...). 
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Lesen Sie die Originalrede auf Englisch hier. 

Jugendforum und Frauenrechtskommission 2017 aus der Jugendperspektive - Gastbeitrag von Eva Ritte und Tiaji Sio

Copyright Tiaji Sio/Eva Ritte

Mädchen und junge Frauen werden am längsten betroffen sein von politischen Entscheidungen, die heute getroffen werden. Dennoch sitzen sie meistens nicht am Verhandlungstisch. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, rief die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen in diesem Jahr ein Jugendbeobachter*innen-Programm ins Leben. Und so bekamen wir – Tiaji und Eva – als zwei junge zivilgesellschaftlich aktive Frauen die Möglichkeit an der 61. Frauenrechtskommission (FRK) und dem vorangehenden Jugendforum teilzunehmen. Inzwischen ist eine Woche in New York vorbei. Es war eine wirklich spannende Zeit. Am Jugendforum nahmen fast 1000 junge Menschen aus der ganzen Welt Teil, die sich im Bereich Gendergerechtigkeit und Jugendpartizipation engagieren. Am ersten Tag ging es im Lichte des zentralen Themas der diesjährigen FRK „Wirtschaftliche Stärkung von Frauen in der sich verändernden Arbeitswelt“ um das Thema Bildung und Ausbildung. Am zweiten Tag drehten sich die Diskussionen und Vorträge vor allem um die Rolle von Jungen und Männern im Kampf für Gendergerechtigkeit in der Arbeitswelt und um generationenübergreifende Partnerschaften. Zum Abschluss des Jugendforums wurde eine Erklärung verabschiedet, welche die Forderungen der jungen Generation an die Verhandlungsführer*innen der FRK auf den Punkt bringt. Zentrale Forderungen sind zum Beispiel, dass Gendergerechtigkeit auch für Menschen gelten muss, die nicht dem binären Geschlechtersystem entsprechen, dass mehr Ressourcen in Bildung investiert werden müssen, und dass Mädchen und jungen Frauen der Zugang zu sexuellen und reproduktiven Gesundheitsdiensten offenstehen muss und sie in autonomer Weise über ihre eigenen Körper bestimmen können müssen. Dieser letzte Punkt wird als Voraussetzung für Bildungs- und Chancengleichheit gesehen, denn nur wenn Mädchen und Frauen selbstbestimmt leben können und Zugang zu Gesundheitsdiensten haben, die für sie von spezifischer Bedeutung sind, können sie überhaupt erst gleichwertige Ausgangssituationen zu Jungen und Männern erreichen. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Forderungen der Jugend um einiges fortschrittlicher sind, als der Konsens, der sich zwischenstaatlich bei der FRK erreichen lässt. Im Rahmen der sich an das Jugendforum anschließenden FRK konnten wir uns weiter mit jungen Aktivist*innen aus der ganzen Welt vernetzen. Darüber hinaus erhielten wir die Möglichkeit unsere eigenen Kommentare und Änderungsvorschläge zu den „draft agreed conclusions“, dem Abschlussdokument der FRK, vor der Regierungsdelegation vorzustellen. Unsere Agenda war klar für die Rechte von Mädchen und jungen Frauen einzustehen und die Sprache des Dokumentes so zu formen, dass ihre speziellen Bedürfnisse stets berücksichtigt werden. Zum Beispiel finden wir, dass Sexualkunde in der Schule sehr wichtig ist, und dass auch in diesem Rahmen schon über sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten aufgeklärt werden sollte. Des Weiteren setzen wir uns ein für weniger Stereotype in den Medien, und zwar nicht erst bei der Zielgruppe Frauen, sondern auch bei Programmen, die sich an Kinder und Jugendliche richten. Bezüglich sexueller Belästigung sind wir der Meinung, dass diese nicht nur am Arbeitsplatz, sondern selbstverständlich auch am Ausbildungsplatz und in der Schule verhindert und bekämpft gehört. Neben zahlreichen Side Events nahmen wir auch an einer von UN Women organisierten Fokusgruppendiskussion zum Thema Jugend, Frieden und Sicherheit teil. Die aus 12 jungen Aktivist*innen bestehende Fokusgruppe diskutierte über aktuelle Herausforderungen der internationalen Friedens- und Sicherheitspolitik. Dabei ging es angesichts der Resolution 2250 auch um die mangelnde Repräsentation von Frauen und Mädchen in Friedensprozessen und den allgemeinen Widerstand gegenüber der Akzeptanz von Genderfragen. Aufgrund der unterschiedlichen Herkunft, Kultur und Erfahrungen, entwickelte sich zwischen den Teilnehmer*innen schnell eine konstruktive Diskussion. Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, wie bereits etablierte Programme in anderen Kontexten repliziert werden können. Gestärkt vom Spirit des Jugendforums und der FRK, werden wir den Kampf für eine gendergerechte Welt auch in Deutschland fortsetzen. Wir wollen uns insbesondere in den neu gegründeten Arbeitskreis Gendergerechtigkeit der DGVN einbringen und eigene Veranstaltungen organisieren. Es ist unser gemeinsames Anliegen, traditionellen Denkmustern entgegenzuwirken und zu einer offeneren, toleranteren und gerechteren Gesellschaft beizutragen.

 

Die Abschlusserklärung des Youth Forum finden Sie hier.

Unter anderem Bettina Metz-Rolshausen und Maike Exner berichten von der 61. FRK