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HeForShe Symposium 2018 - Veranstaltungsbericht

Das diesjährige Symposium stand ganz im Zeichen der internationalen Solidaritätkampagne HeForShe von UN Women. Nicht zuletzt die #MeToo-Debatte zeigt deutlich: Sexismus und Gewalt gegen Frauen sind allgegenwärtig. Im Rahmen von HeForShe setzen wir auf der Suche nach Lösungen auf die Einbeziehung von Männern und Jungen. Auch sie leiden massiv unter einschränkenden und einseitigen Vorstellungen von Männlichkeit. Gleichzeitig übernehmen sie eine wichtige Rolle dabei, gesellschaftliche Strukturen und Geschlechterrollen in Frage zu stellen. 

Moderator und HeForShe Deutschland Botschafter Vincent-Immanuel Herr bei der Begrüßung. Foto: UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. / Daniela König

Zu Beginn der Veranstaltung, an der mehr als 150 Menschen teilnahmen, machte der Moderator und HeForShe Deutschland Botschafter Vincent-Immanuel Herr darauf aufmerksam, dass es in der Kampagne nicht nur darum gehe, dass sich Männer gegen Sexismus einsetzen, sondern die gesamte Bevölkerung in den Gleichstellungsprozess einzubinden und so gemeinsam Veränderungen zu bewirken. So diene das Symposium dazu, in den Workshops praktische Lösungsansätze zu entwickeln.

Farnaz Nasiriamini bei der Lesung ihres Textes "Anzugträger". Foto: UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. / Daniela König

Den Auftakt machte Farnaz Nasiriamini mit einer Lesung ihres Textes „Anzugträger“. Die Autorin und Journalistin veranschaulichte die Erfahrungen einer jungen Frau in einem männlich dominierten Unternehmen, zeigte Hürden und Schwierigkeiten auf. Damit machte sie auch Menschen, die diese Formen von Diskriminierungen noch nie erlebt haben, auf die Thematik aufmerksam und zeigte die strukturelle Problematik auf, die es zu überwinden gilt.

Karin Nordmeyer, Vorsitzende von UN Women Nationales Komitee Deutschland, begrüßt das Publikum. Foto: UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. / Daniela König

„Geschlechtergerechtigkeit fängt im Kopf an“, sagte Karin Nordmeyer, Vorsitzende des Deutschen Komitees für UN Women, in ihrer Begrüßungsrede. Zunächst bräuchten wir Erkenntnisse, um dann Lösungen zu finden und diese strategisch in die Realität umzusetzen. Denn von einer Welt, in der tatsächliche Gleichstellung erreicht wird, würden Menschen aller Geschlechtsidentitäten, Gesellschaften und Unternehmen profitieren.

Alia El-Yassir gibt einen Überblick über die HeForShe Kampagne. Foto: UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. / Daniela König

Alia El-Yassir, UN Women Regional Director for Europe and Central Asia stellte die Entstehung und Weiterentwicklung der Kampagne vor. Die Idee hinter HeForShe sei einfach: Was wir teilen sei größer als das, was uns trenne. HeForShe rufe Männer und Jungen auf der ganzen Welt dazu auf, sich zu solidarisieren und gemeinsam mit Frauen und Mädchen eine Vision für eine geschlechtergerechte Zukunft zu entwickeln. Gerade im Bereich der Jugend müsse angesetzt werden, hier gäbe es die Möglichkeit auf Veränderung. Es gehe darum, soziale Normen und Geschlechterstereotype aufzubrechen sowie neue Arten von Männlichkeit zu entwickeln. Sie stellte Vorbilder vor, darunter Laith Abu Taleb aus Jordanien:

 

Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen galt es nun, die HeForShe Kampagne weiterzuentwickeln und gemeinsam Lösungsansätze zu finden. Am Vormittag fanden fünf parallele Workshops statt.

Die Workshopleiter*innen am Vormittag (von links oben): Angela Dern, Martin Speer, Gerhard Hafner, Luisa Neubauer und Vanessa Hirneis sowie Nathalie Schlenzka. Foto: UN Women Nationales Komitee Deutschland/ Daniela König

Angela Dern (oben links) und Maren Krausa von PwC zeigten in ihrem Workshop „PwCs IMPACT für Gender Equality am Arbeitsplatz“, dass Geschlechtergerechtigkeit in Unternehmen durch ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in Führungspositionen erreicht werden könne. Dies müsse als harte Zielvorgabe gelten und bei Nichteinhaltung mit Sanktionen bestraft werden. 

Martin Speer (oben rechts), Aktivist und HeForShe Deutschland Botschafter, sprach in seinem Workshop „Wie toxische Maskulinität Freiheit begrenzt und Vielfalt für alle erschwert“ über Klischees und festgeschriebene Rollenbilder, die aufgebrochen werden müssen sowie über Privilegien, denen man sich bewusst werden müsse. Dabei wurden Projekte wie beispielsweise „Raus aus der Schublade“ positiv hervorgehoben, da sie zur Überwindung von gesellschaftlichen Stereotypen beitrügen. 

Gerhard Hafner (unten links), Psychologe und HeForShe Deutschland Botschafter, stellte in seinem Workshop „Männergewalt gegen Frauen: Für ein gemeinsames Engagement von Frauen und Männern!“ dar, wie fachspezifische Täterarbeit in lokale, nationale, aber auch international Kooperationen eingebunden sei. Und wie wichtig es sei, dass Opfer- und Täterberatungen zusammenarbeiten. Hier finden Sie die Workshop-Präsentation. 

Einen Überblick zum Thema Intersektionalität gab Nathalie Schlenzka (unten rechts) von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes in ihrem Workshop „Intersektionalität als Arbeitsgrundlage und Perspektive zum Verstehen von sozialer Ungleichheit“. Sie zeigte die Bedeutung von Sprache als Diskriminierungsmittel auf und machte darauf aufmerksam, in wie vielen Bereichen des Alltags ein intersektionaler Zugang wichtig sei. Hier finden Sie die Workshop-Präsentation.

Vanessa Hirneis und Luisa Neubauer (unten mittig) von der deutschen Delegation für Youth7 zeigten in ihrem Workshop „Gleichstellungsfragen und Jugendpartizipation“ wie zielführend es sei, junge Menschen ernsthafter in den Gleichstellungsprozess zu integrieren. Als positives Beispiel wurde das Youth Council im Rahmen der kanadischen G7 Präsidentschaft benannt, einberufen von HeForShe Champion for Youth Engagement Justin Trudeau. 

Die Workshopleiter*innen am Nachmittag (von links oben): Kristina Lunz, Nils Pickert, Dag Schölper und Evelien Wauters. Foto: UN Women Nationales Komitee Deutschland/ Daniela König

Am Nachmittag folgten vier weitere Workshops. „Was hat Feminismus mit Außenpolitik zu tun?“ fragte Kristina Lunz (oben links) vom Centre for Feminist Foreign Policy und stellte ihre Ideen zu einer feministischen Außenpolitik vor. Partizpation und Repräsentation von Frauen und die Inklusion von frauenspezifischen Themen in der Außenpolitik seien wichtig. Ein positives Beispiel sei hier Schweden. 

Nils Pickert (oben rechts) von Pinkstinks ging in seinem Workshop „Wenn junge Frauen an Spargel lecken - Stereotype und Sexismus in der Werbung und was sich dagegen tun lässt“ der Frage nach, wie Stereotype durch Werbung konstruiert werden. Es wurden verschiedene Möglichkeiten besprochen, wie sexistischer Werbung entgegengewirkt werden kann, beispielsweise durch die Werbemelder.in oder Bildungsarbeit in Kooperation mit Jugendverbänden. 

„Wenn Männer sich für eine moderne Gleichstellungspolitik einsetzen“ nannte sich der Workshop von Dr. Dag Schölper (unten links), dem Geschäftsführer des Bundesforum Männer. Er diskutierte die großen Themen Vaterschaft, Flucht und Gewalt mit den Teilnehmer*innen und machte deutlich, wie wichtig es sei, auch Männer mit in den Gleichstellungsprozess einzubinden und ihre Bedürfnisse herauszuarbeiten. 

Evelien Wauters (unten rechts) von Women Refugee Route zeigte in ihrem Workshop „Structural Change for Refugee Women Advocates“ die Sorgen und Nöte geflüchteter Frauen auf, die im Entscheidungsprozess keinen großen Einfluss hätten, weil sie durch Männer vertreten würden. Um dies zu ändern, rief Wauters dazu auf, geflüchtete Frauen darin zu stärken, für sich selbst zu sprechen. Hier finden Sie die Workshop-Präsentation. 

Die Referent*innen während der Abschlussdiskussion. Foto: UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. / Daniela König

Nach der Vorstellung der Workshopergebnisse ging es in eine gemeinsame Abschlussdiskussion. Dabei ging es u.a. um die Frage, wie mehr Männer in den Gleichstellungsprozess integriert werden können. Auch wurde herausgestellt, dass Veranstaltungen wie das Symposium wichtig seien, um sich mit Gleichgesinnten austauschen und „Seelenpflege“ zu betreiben.

Dr. Ursula Schäfer-Preuss, stellvertretende Vorsitzende des Komitees, während ihrer Verabschiedung. Foto: UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. / Daniela König

Zum Abschluss erinnerte die Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Komitees, Dr. Ursula Schäfer-Preuss, daran, dass die Kampagne HeForShe extrem facettenreich sei, wie auch das Symposium gezeigt habe. Die Gleichstellung der Geschlechter sei ein weites Feld, das schon bei der Sprache beginne. Auch machte Dr. Schäfer-Preuss auf die Möglichkeiten der Unterstützung des Deutschen Komitees aufmerksam. Durch eine Mitgliedschaft oder eine Spende könne die wichtige Arbeit auch in Zukunft weitergemacht werden.

HeForShe Fotos

An unserem HeForShe Stand haben wir HeForShe-Fotos von den Teilnehmer*innen gemacht.
Machen Sie gern eigene Fotos und taggen Sie unsere Accounts via Social Media

Weitere Fotos des Tages finden Sie hier. Bitte beachten Sie den Credit: UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. / Daniela König. 

Vielen Dank!

Danke auch an unsere Ehrenamtlichen (v.l.): Carolin Kunert, Hannah Rasper und Julia Obst. Foto: UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. / Daniela König

Wir danken allen Teilnehmer*innen, Vortragenden, Workshopleiter*innen, unserem Moderator Vincent-Immanuel Herr, unseren Übersetzerinnen Frau Thurow und Frau Bentin, unser Fotografin Daniela König und natürlich unseren ehrenamtlichen Unterstützerinnen.

Wir hoffen, in einer unserer nächsten Veranstaltungen gemeinsam mit Ihnen weiter an der Stärkung von Frauen und Gleichstellung der Geschlechter zu arbeiten.  

Eine Übersicht über die Twitter-Aktivitäten des Tages zu #heforshesymp finden Sie hier.