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Die Unterstützung von Mädchen in Konflikten – Der Fall Nigeria

Die Unterstützung von Mädchen in Konflikten – Der Fall Nigeria

ABUJA, Nigeria – Hunderte Frauen und Mädchen, die von der militanten Gruppe Boko Haram verschleppt wurden, konnten in den letzten Wochen durch das nigerianische Militär befreit werden.  UNFPA (United Nations Population Fund/Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen)  leistet in den nigerianischen Bundesstaaten Borno und Adamawa humanitäre Hilfe für die geretteten Frauen und Mädchen. Da das Militär aktuell seine Offensive gegen Boko Haram verstärkt, bereitet sich UNFPA auf das Ankommen vieler befreiter Frauen und Mädchen innerhalb der nächsten Wochen vor.  

Schon in den vergangen Wochen konnte eine große Anzahl verschleppter Frauen und Mädchen gerettet werden. Allein am 28. April 2015 wurden 293 Frauen befreit. Viele von ihnen wurden in Flüchtlingslager gebracht. Dort suchen tausende Menschen Schutz vor den anhaltenden Unruhen.

UNFPA beschäftigt nun, in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium von Borno, medizinisches Personal in den Lagern für Binnenflüchtlinge im Nordosten von Nigeria. Sie bieten psychosoziale Unterstützung und medizinische Hilfe für die befreiten Frauen und Mädchen, ihre Familien und anderen Bewohnern der Flüchtlingslager, an.

„Bei vielen der aus der Gefangenschaft von Boko Haram geretteten Frauen und Mädchen wurde eine Schwangerschaft festgestellt.“ sagte Stéphane Dujarric, Sprecher des Generalsekretärs der Vereinten Nationen Ban Ki-moon. „Wir kennen aktuell noch nicht die gesamte Zahl der Schwangerschaften bei den geretteten Frauen und Mädchen, da noch nicht alle untersucht werden konnten.“

Unterstützung für schwangere Frauen und Mädchen

Aktuell sind 214 der Frauen und Mädchen in den Flüchtlingslagern von Borno sichtbar schwanger und werden von UNFPA, unter anderem durch Beratung, unterstützt. Es ist nicht bekannt, wie viele der schwangeren Frauen und Mädchen in der Gruppe der Entführten waren.

„Einige der Frauen und Mädchen waren bereits schwanger als sie in das IDP Lager kamen, andere kamen aus den Wäldern dazu,“ sagte Mr. Dujarric in seiner Rede.

In Borno und Adamawa werden Frauen mit Utensilienfür den Erhalt ihrer Würde und Sets für sichere Schwangerschaften und Geburten versorgt, um sie vor den Risiken einer Schwangerschaft und Geburt zu schützen. 

„Unsere gute Vorbereitung ermöglichte es uns, umgehend zu reagieren.“ sagte Ratidzai Ndhlovu, UNFPA´s Vertreterin in Nigeria.

Beratung, sichere Geburten und Behandlung für Opfer von Vergewaltigungen

UNFPA´s humanitäre Reaktion auf die Krise wurde 2014 intensiviert und umfasst sechs Bundesstaaten – Adamawa, Bauchi, Borno, Gombe, Kaduna und Yobe. Es wurde Personal eingestellt und Material vor Ort gebracht, um auf die physischen, psychischen und medizinischen Bedürfnisse der betroffenen Frauen und Mädchen reagieren zu können. Die Hilfe dient nicht nur den von Boko Haram verschleppten Frauen und Mädchen sondern kommt allen Frauen und Mädchen zu Gute, die in den Flüchtlingslagern und den aufnehmenden Gemeinden wohnen.

60 Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern wurden speziell fortgebildet, um den Anforderungen an ihre Aufgabe in den Flüchtlingslagern gerecht werden zu können; 120 von ihnen erhielten eine Weiterbildung in psychosozialer Unterstützung und 60 eine Weiterbildung über den richtigen Umgang mit Opfern von Vergewaltigungen. 

Ende 2014 hatte UNFPA bereits 21.800 Sets für sterile Geburten und 17.664 Pakete für den Erhalt der Würde verteilt. 16.350 Frauen innerhalb der sechs Bundesstaaten konnten in Einrichtungen von UNFPA sicher gebären. 73 Frauen bei denen Komplikationen auftraten wurden in kooperierende Gesundheitszentren verlegt und erhielten, u.a. durch Kaiserschnitte, eine umfassende medizinische Versorgung. Es gab keine Todesfälle der Mütter. 

Im Bundesstaat Borno erhielten über 700 Menschen, einschließlich der entführten Frauen und Mädchen, psychosoziale Hilfe durch UNFPA.