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Roses Revolution – Eine Aktion gegen Gewalt in der Geburtshilfe

Roses Revolution in Deutschland

Die Roses Revolution ist eine friedliche Revolution gegen Respektlosigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe. Jede Rose steht als Symbol für das Leid der Betroffenen, für ihre Geschichte und ihre Verletzlichkeit. Roses Revolution Deutschland wird von drei Frauen organisiert und betreut und verfolgt das Ziel, den betroffenen Frauen, Müttern, Familien und Geburtshelferinnen eine Stimme zu geben: Für eine menschenwürdige und sichere Geburtshilfe.

Seit Beginn der Roses Revolution in Deutschland 2013 machen immer mehr Frauen auf erlittene Gewalt oder Respektlosigkeit während der Geburt ihres Kindes aufmerksam. Am 25. November 2014 waren in Deutschland 50 Rosen vor geburtshilflichen Einrichtungen niedergelegt worden. Zwei Jahre später, am 25. November 2016, legten Mütter vor 170 Kliniken eine rosafarbene Rose nieder oder schrieben eine Postkarte. Damit waren 2016 mehr als 22% der insgesamt 741 geburtshilflichen Kliniken betroffen. Auch dieses Jahr können Betroffene und Ünterstützer*innen an der Aktion teilnehmen. Konkrete Informationen zur Teilnahme finden Sie hier. 

Statement zu Gewalt in der Geburtshilfe

Die Arbeit von UN Women beruht auf der Überzeugung, dass jede Frau das Recht auf ein Leben frei von Diskriminierung, Gewalt und Armut hat. Der 25. November ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und wird seit einigen Jahren auch genutzt, um auf Gewalt in der Geburtshilfe aufmerksam zu machen:

„Immer mehr persönliche Erfahrungsberichte von Frauen und Ergebnisse von geburtshilflichen Studien aus den reichsten und den ärmsten Ländern weltweit zeigen ein (...) beunruhigendes Bild. Respektlosigkeit gegenüber und Misshandlung von Frauen, die geburtshilfliche Dienste in Anspruch nehmen möchten, sind zu einem ernsthaften Problem geworden.“ (White Ribbon Alliance 2011: 1)

Das Deutsche Komitee von UN Women spricht sich ausdrücklich gegen jede Form der Gewalt und Diskriminierung in der Geburtshilfe aus

Laut WHO umfasst dies unter anderem „körperliche Misshandlung, tiefe Demütigung und verbale Beleidigung, aufgezwungene oder ohne ausdrückliche Einwilligung vorgenommene medizinische Eingriffe (darin eingeschlossen die Sterilisation), Missachtung der Schweigepflicht, Nichteinhaltung der Einholung einer vollumfänglich informierten Einverständniserklärung, Verweigerung der Schmerzbehandlung, grobe Verletzung der Intimsphäre, Verweigerung der Aufnahme in medizinische Einrichtungen, [sowie] Vernachlässigung von Frauen unter der Geburt, was bei diesen zu lebensbedrohlichen, vermeidbaren Komplikationen geführt hat (...)“ (WHO 2015: 1). 

Auf nationaler und internationaler Ebene wird unter anderem befürchtet, dass Respektlosigkeit und Gewalt in geburtshilflichen Einrichtungen Frauen davon abhält, sich in medizinische Betreuung zu begeben. Die WHO ruft deshalb alle Beteiligten auf allen Ebenen dazu auf, „sich den Bemühungen zur Sicherstellung der lückenlosen Erkennung und Meldung von Geringschätzung und Misshandlung und der Umsetzung angemessener vorbeugender und therapeutischer Maßnahmen anzuschließen“ (WHO 2015: 3).

Sollten sie selbst betroffen sein, finden sie hier den Kontakt zu Roses Revolution Deutschland.
Weitere Informationen zum Thema finden sie hier.
- Mother Hood e.V. 
- Netzwerk der Elterninitiativen für Geburtskultur
- White Ribbon Alliance
- WHO

White Ribbon Alliance

Die White Ribbon Alliance veröffentlichte 2011 die Charta „Respektvolle Geburtshilfe“ und definierte in ihr sieben Rechte für schwangere und Gebärende Frauen: 

  1.  Freiheit von Schaden und Misshandlung
  2. Recht auf Information, informierte Zustimmung bzw. Ablehnung sowie Achtung von Entscheidungen und  Präferenzen, einschliesslich des Rechts auf Unterstützung durch eine Person der Wahl, sofern dies möglich ist
  3. Vertraulichkeit und Privatsphäre
  4. Würde und Respekt
  5. Gleichbehandlung, Freiheit von Diskriminierung, angemessene Betreuung
  6. Recht auf zeitnahe medizinische Versorgung und Gesundheitsleistungen der höchstmöglichen Qualität
  7. Freiheit, Autonomie, Selbstbestimmung, Freiheit von Nötigung

Literatur

Stand: November 2017

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