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Roses Revolution – Eine Aktion gegen Gewalt in der Geburtshilfe

Roses Revolution in Deutschland


Die Roses Revolution ist eine friedliche Revolution gegen Respektlosigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe. Jede Rose steht als Symbol für das Leid der Betroffenen, für ihre Geschichte und ihre Verletzlichkeit. Roses Revolution Deutschland wird von drei Frauen organisiert und betreut und verfolgt das Ziel, den betroffenen Frauen, Müttern, Familien und Geburtshelferinnen eine Stimme zu geben: Für eine menschenwürdige und sichere Geburtshilfe.

Am 25. November jeden Jahres sind Betroffene deshalb dazu aufgerufen, symbolisch eine rosafarbene Rose an den Ort niederzulegen, an dem sie Gewalt erfahren mussten und über ihre Erfahrungen zu berichten.

Der Aktionstag findet 2018 zum sechsten Mal statt und erfährt wachsende Resonanz: Seit dem Start 2011 in Spanien machen jährlich immer mehr Menschen auf Missstände in der Geburtshilfe aufmerksam. So zählte das Organisationsteam in Deutschland in 2014 noch 50, in 2017 schon knapp 200 Rosenniederlegungen in mehr als 25 % der geburtshilflichen Einrichtungen. 2018 werden sich über 30 Länder weltweit beteiligen.

Schätzungen von Expert*innen zufolge sind je nach Definition 10-50 % der Geburten in Deutschland von verschiedenen Gewaltformen in der Geburtshilfe betroffen. Zwar wächst das Bewusstsein, dass das Recht auf gewaltfreie Geburt essentiell ist, jedoch fehlt es weiterhin an politischen Konsequenzen. Mehr Daten und Fakten zu Gewalt in der Geburtshilfe finden Sie hier.

Die Roses Revolution in Deutschland

•              gibt den von Gewalt Betroffenen eine Stimme

•              tritt ein für eine sichere und menschenwürdige Geburtshilfe

•              will ins Gespräch kommen über dringend nötige Kommunikations- und
                 Verhaltensänderungen

•              setzt sich auch auf politischer Ebene für systemische Veränderungen ein

Statement zu Gewalt in der Geburtshilfe


Die Arbeit von UN Women beruht auf der Überzeugung, dass jede Frau das Recht auf ein Leben frei von Diskriminierung, Gewalt und Armut hat. Der 25. November ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und wird seit einigen Jahren auch genutzt, um auf Gewalt in der Geburtshilfe aufmerksam zu machen:

„Immer mehr persönliche Erfahrungsberichte von Frauen und Ergebnisse von geburtshilflichen Studien aus den reichsten und den ärmsten Ländern weltweit zeigen ein (...) beunruhigendes Bild. Respektlosigkeit gegenüber und Misshandlung von Frauen, die geburtshilfliche Dienste in Anspruch nehmen möchten, sind zu einem ernsthaften Problem geworden.“ (White Ribbon Alliance 2011: 1)

Das Deutsche Komitee von UN Women spricht sich ausdrücklich gegen jede Form der Gewalt und Diskriminierung in der Geburtshilfe aus.

Laut WHO umfasst dies unter anderem „körperliche Misshandlung, tiefe Demütigung und verbale Beleidigung, aufgezwungene oder ohne ausdrückliche Einwilligung vorgenommene medizinische Eingriffe (darin eingeschlossen die Sterilisation), Missachtung der Schweigepflicht, Nichteinhaltung der Einholung einer vollumfänglich informierten Einverständniserklärung, Verweigerung der Schmerzbehandlung, grobe Verletzung der Intimsphäre, Verweigerung der Aufnahme in medizinische Einrichtungen, [sowie] Vernachlässigung von Frauen unter der Geburt, was bei diesen zu lebensbedrohlichen, vermeidbaren Komplikationen geführt hat (...)“ (WHO 2015: 1). 

Auf nationaler und internationaler Ebene wird unter anderem befürchtet, dass Respektlosigkeit und Gewalt in geburtshilflichen Einrichtungen Frauen davon abhält, sich in medizinische Betreuung zu begeben. Die WHO ruft deshalb alle Beteiligten auf allen Ebenen dazu auf, „sich den Bemühungen zur Sicherstellung der lückenlosen Erkennung und Meldung von Geringschätzung und Misshandlung und der Umsetzung angemessener vorbeugender und therapeutischer Maßnahmen anzuschließen“ (WHO 2015: 3).

White Ribbon Alliance


Die White Ribbon Alliance, die sich auf globaler Ebene für die Rechte von Müttern und Neugeborenen einsetzt, veröffentlichte 2011 die Charta „Respektvolle Geburtshilfe“ und definierte in ihr sieben Rechte für schwangere und Gebärende Frauen.

Literatur

Stand: November 2018

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