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Aus meiner Sicht: Souhad Azennoud

"Ich ermutige alle zusammenzuarbeiten."

Photo: Mediating

„In unserem Bergdorf Kissane in der Provinz Taounate, Marokko, sieht man die Folgen des Klimawandels bereits. Die Menschen erkennen es und sagen: ‘Früher war der Weizen höher und musste nicht besprüht werden'. Ich habe den Eindruck, dass allmählich das ´Knowhow´ unserer Vorfahren verloren geht – und dass macht die Umstände umso schlechter.
Wenn wir die Region so belassen, werden wir auf eine Katastrophe zusteuern. Meiner Meinung nach ist Agrarökologie eine der Lösungen, die die Leute wieder in Einklang mit der Natur bringt, was ich persönlich unterstütze. Wir Frauen sind hier am aufgeschlossensten für die Idee unser lokales, traditionelles Saatgut zu schützen. Wir haben bereits eine Saatgut-Tauschbörse ins Leben gerufen. Frauen sind am stärksten vom Klimawandel betroffen, da sie am meisten im Freien arbeiten. Sie sind es auch, die sich am engagiertesten für ein Anpassen an den Klimawandel einsetzen. 
Unser Ziel ist es dem ganzen Dorf die Wichtigkeit von nachhaltiger Landwirtschaft nahezulegen. Jedoch müssen wir diese Erkenntnis an einkommensschaffende Maßnahmen koppeln. Solange Frauen mit ihrer Arbeit ein gutes Einkommen erlangen, werden sie in den ländlichen Regionen bleiben. Andernfalls werden sie ihre Familien nötigen müssen, die ländlichen Gebiete zu verlassen. Wir können nicht alleine handeln; wir müssen zusammen handeln! Politiker/innen beachten zum Beispiel nur ihre eigenen Gruppierungen. Ich gehöre einer Agrargenossenschaft an und habe einige weitere gegründet: Ich ermutige alle zusammenzuarbeiten. Das ist es was wir auf unserer Ebene tun. Klimawandel ist jedoch ein globales Phänomen: die ganze Welt muss zusammenarbeiten!“

Souhad Azennoud, 53, aus dem Bergdorf Kissane, in Marokko ist eine von mehr als 200 Frauen die von dem einem Schulungsprogramm der Terre et Humanisme und UN Woman profitiert. Es ist Teil eines Projekts, welches weibliche Saatgut-Händlerinnen unterstützt sich für nachhaltige Entwicklung einzusetzen. Als Gründungsmitglied der Agrargenossenschaft Ariaf Kissane und als angesehene Vorreiterin der Agrarökologie, wurde Souhad 2016 mit dem ersten Preis auf der Terre de Femmes Maroc Gala ausgezeichnet. Ihre Arbeit ist unmittelbar auf das Nachhaltigkeitsziel Nummer 13 bezogen, welches auf den Klimawandel und seine Folgen aufmerksam macht. Und auf das Nachhaltigkeitsziel Nummer 15, welches die Erhaltung von Gebirgsökosystemen und besonders deren Artenvielfalt nachhaltig schützen möchte. 

Diese Übersetzung wurde durch die ehrenamtliche Mitarbeit von Lena Greim erstellt.