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Gender Gaps in Deutschland

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Gender Gaps in Deutschland: Einkommenslücke, Rentenlücke, Lebenseinkommenslücke, Sorgearbeitslücke

In Deutschland haben Frauen und Männer faktisch nicht dieselben Verwirklichungschancen:

1. Einkommenslücke (Gender Pay Gap): Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst erwerbstätiger Frauen war 2019 um 20% geringer als der erwerbstätiger Männer. Dabei ist der Unterschied in Westdeutschland dreimal so groß wie in Ostdeutschland. (Statistisches Bundesamt 16.03.2020)

2. Rentenlücke (Gender Pension Gap): Die Alterssicherungsleistungen von Frauen waren 2019 in Gebieten der ehemaligen DDR um 20%, im ehemaligen Bundesgebiet sogar um 49% weniger als die von Männern. (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Wochenbericht 25/2019)

3. Lebenseinkommenslücke (Gender Lifetime Earnings Gap): Frauen hatten im Jahr 2016 ein um 49% geringeres Gesamterwerbseinkommen im Lebensverlauf als Männer. (Zweiter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung 2017)

4. Sorgearbeitslücke (Gender Care Gap): Frauen leisten 52% mehr unbezahlte Care-Arbeit als Männer, also anderthalb Mal so viel. Die weitgehend unsichtbare unbezahlte Arbeit fließt nicht in die Berechnung der Wirtschaftsleistung ein. Eine soziale Absicherung findet oftmals nur über bezahlte Arbeit statt. Lesen Sie hierzu das Equal Care Manifest und mehr weiter unten. (Zweiter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung 2017)

Weitere Informationen: Gender Pay Gap

Eine anschauliche Erklärung des Unterschieds zwischen der unbereinigten und der strukturell bedingten bereinigten Lohnlücke gibt es auf der Webseite vom Statistischen Bundesamt. Dabei wird auch der Unterschied zwischen der unbereinigten Lohnlücke und der bereinigten Lohnlücke aufgezeigt. Bei letzterer spielen etwa der Beschäftigungsumfang, die Berufserfahrung, der geringere Anteil von Frauen in Führungspositionen oder die Tatsache, dass "Frauenberufe" schlechter bezahlt sind, eine Rolle. Da der bereinigte Gender Pay Gap sehr viel mehr Daten fordert, wird er nur aller vier Jahre bemessen. 2014 betrug er 6%.

Weitere Informationen bieten drei Studien, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung zum Internationalen Frauentag und Equal Pay Day 2020 im März 2020 veröffentlichte. Die Studien zeigen auf, wie tief verankert die geschlechtsspezifische Lohnlücke in unserer Gesellschaft ist.

Die Einkommenslücke hängt eng zusammen mit der Renten-, Lebenseinkommens- und Sorgearbeitslücke. Die sogenannte Sorgearbeit wird (privat wie beruflich) mehrheitlich von Frauen geleistet. Dazu gehören Haushaltsführung und Kinderbetreuung aber auch Pflegeberufe. Da diese Arbeit häufig unbezahlt oder schlecht bezahlt ist, verdienen Frauen weniger und erhalten daher schlussendlich auch weniger Rente.

Aus diesem Grund muss unbedingt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden!

Equal Pay Day

Logo Equal Pay Day

Der Equal Pay Day ist ein internationaler Aktionstag für die Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen. Die Initiative wird seit 2008 von den Business und Professional Women Germany e.V. in Deutschland durchgeführt.

Frauen in Deutschland verdienen durchschnittlich 20% weniger als Männer (unbereinigte Lohnlücke). Da diese Einkommenslücke weitere Lücken nach sich zieht (siehe oben), müssen wir aktiv werden. Denn schließlich zahlen Frauen bei der Miete, den Lebensmitteln und für Dienstleistungen den gleichen Betrag wie Männer.

UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. engagiert sich durch öffentlichkeitswirksame Aktionen für die Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern.

Ausführliche Informationen und aktuelle Nachrichten zum Equal Pay Day erhalten Sie auf der Website der Initiative.

Equal Care Day

Equal Care Day Logo

Der Equal Care Day ist eine Intiative von klische*esc e.V., der darauf aufmerksam macht, das der Großteil der Sorgearbeit in unserer Gesellschaft nach wie vor schlecht oder gar nicht honoriert wird. Sorgearbeit wird häufig übersehen, daher findet der Equal Care Day in Schaltjahren am 29. Februar statt und in anderen Jahren am 01. März. Da sich der Equal Pay Day schon lange mit den finanziellen Auswirkungen von unbezahlter Sorgearbeit befasst, lenkt der Equal Care Day die Aufmerksamkeit auf die sozialen Konsequenzen: mangelnde Wertschätzung und die unfaire Verteilung von Care-Arbeit.

Im Schaltjahr 2020 fand hierzu am 28. und 29. Februar eine Konferenz in Bonn statt. Dabei wurde das Equal Care Manifest entwickelt. An der Erstellung und Unterstützung dieses Manifests ist auch UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. massgeblich beteiligt.

Weitere Informationen zum Equal Care Day finden Sie auf der Webseite der Initiative.

Fair Pay Innovation Lab

Das Fair Pay Innovation Lab e.V. hat im Sommer 2017 die Arbeit aufgenommen. Es will über das Thema aufklären, Unternehmen und Organisationen bei der praktischen Umsetzung von Lohngerechtigkeit im Alltag unterstützen und an den Schnittstellen zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Raum für Dialog und Impulse schaffen. Mehr auf der Webseite des fpi.

Stand: September 2020

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