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Die Bedeutung von Wasser für Frauen

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Die Bedeutung von Wasser

Die Bedeutung von Wasser für Frauen hat im Kontext des Themas 'Frauen und Umwelt' einen besonderen Stellenwert. Der direkte Zugang zu hochwertigem Wasser hat in vielerlei Hinsicht einen großen Einfluss auf die Lebensqualität und Perspektiven von Frauen weltweit. Die Wichtigkeit von sauberem und qualitativ hochwertigem Wasser für die Hygiene und Gesundheit liegt auf der Hand. Bitte lesen Sie hierzu den Beitrag von Frau Dr. Ursula Schäfer-Preuss, Vorsitzende des Global Water Partnership und stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Komitees.  

Peking +20

Mit dem Thema Wasser setzt die internationale UN Women Kampagne Peking+20 ein Zeichen für die Dringlichkeit einer geschlechtssensiblen Lösung zur Bekämpfung des Klimawandels. Denn insbesondere Frauen und Mädchen sind davon betroffen, wenn der direkte Zugang zu reinem Wasser nicht gegeben ist. Beispielsweise ist sauberes und qualitativ hochwertiges Wasser für Nahrungssicherheit, Gesundheitsversorgung und Wirtschaftlichkeit sehr wichtig. Der Zugang zu sauberem Wasser sollte weltweit gesichert sein. Alle staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen tragen dafür eine große Verantwortung. 

     Wasser ist ein Menschenrecht. Niemandem sollte der Zugang verweigert werden.“                Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, am Weltwassertag,                                                                                     22. März 2019

Frauen in Führungspositionen des UN-Sekretariats mit António Guterres (Foto: UN Photo)

Sauberes Wasser für ein menschenwürdiges Leben

In vielen Ländern und Regionen dieser Welt tragen Frauen und Mädchen die Hauptverantwortung für die Beschaffung von Wasser. Sauberes Wasser hat für die Lebensqualität insbesondere von Frauen und Mädchen große Bedeutung. Der Konsum von unsauberem Trinkwasser führt häufig zu schweren Krankheiten. Das bedeutet vor allem für schwangere Frauen und Kinder ein hohes Risiko und reduziert deren Lebenserwartung dramatisch. 

Mit „Frauen und Umwelt“ greift die internationale UN Women Kampagne Peking+20 ein erstes Thema aus der Reihe der zwölf „critical areas of concern“  der Aktionsplattform von Peking  (AP) auf.  Dabei kommt dem direkten Zugang zu Wasser, insbesondere zu sauberem Trinkwasser, eine fundamentale  Bedeutung zu.  
Sauberes Wasser ist nicht nur als Trinkwasser, sondern auch in der täglichen hygienischen Versorgung, wie der Körperpflege oder dem Waschen von Textilien und in der Landwirtschaft, wo weltweit viele Frauen arbeiten, existentiell wichtig. Wasser spielt bei der Bewässerung von Pflanzen eine wichtige Rolle, um die Nahrungssicherheit zu gewährleisten. 

In vielen Gegenden sind es die Frauen und Mädchen, die das  Wasser für ihre Familien herbeischaffen müssen. Da die nächste Wasserquelle oft weit entfernt vom Wohnort liegt, müssen sie häufig viele Stunden laufen und die schweren Wasserbehältertragen. Auch da, wo Wasserquellen leichter erreichbar sind, ist häufig stundenlanges Anstehen nötig.  Alleine in Subsahara-Afrika verbringen Frauen und Mädchen jährlich 40 Milliarden Stunden damit, Wasser zu beschaffen. Das entspricht der jährlichen Arbeitszeit der gesamten berufstätigen Bevölkerung in Frankreich.  Diese Zeit könnten Frauen und Mädchen viel besser für produktive Tätigkeiten nutzen.  

Der Zugang zu sauberem Wasser sollte auf der ganzen Welt gesichert sein. Hier haben alle staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen eine große Verantwortung. Wie der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, immer wieder betont: "Wasser ist Leben".

Agenda 2030

Auch mit der Agenda 2030 drückt die internationale Staatengemeinschaft ihre Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen. Die Agenda schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Das Kernstück der Agenda bilden 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs). Sie sind unteilbar und bedingen einander. 

Das Thema Wasser steht damit zum einen in Verbindung mit Ziel 6 – Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen. In vielen Ländern und Regionen dieser Welt sind Frauen und Mädchen hauptverantwortlich für die Beschaffung von Wasser. Sie müssen sehr weit laufen und die schweren Wasserbehälter tragen. Selbst da, wo Wasserquellen leichter erreichbar sind, müssen sie oft stundenlang anstehen.

Zum anderen hängt auch Ziel 3 – Gesundheit und Wohlergehen – mit dem Thema Wasser eng zusammen: Verunreinigtes Trinkwasser führt häufig zu schweren Krankheiten. Vor allem für schwangere Frauen und Kinder ist unsauberes Wasser gefährlich und verringert deren Lebenserwartung massiv. 

Außerdem ist sauberes Wasser ist nicht nur als Trinkwasser unverzichtbar: Insbesondere in der täglichen Textilreinigung und in der Landwirtschaft, wo weltweit viele Frauen arbeiten, ist sauberes Wasser existentiell. Auch bei der Bewässerung von Obst und Gemüse spielt reines Wasser eine wichtige Rolle, um die Nahrungssicherheit zu wahren. Dies zeigt, dass auch das Ziel 15 – Leben an Land – direkt mit dem Thema Wasser verbunden ist.

Weitere Auswirkungen auf die Lebensqualität von Frauen in unterschiedlichen Ländern können Sie direkt in einem Beitrag von Frau Dr. Ursula Schäfer-Preuss,  stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Komitees und Vorsitzende der Global Water Partnership, nachlesen. 

Stand: Juni 2019