UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. | Für die Rechte von Frauen

Kontakt

un mail form
Datenschutzhinweise*

Aktiv werden für HeForShe

  • Facebook
  • Twitter
  • Instagram

Warum HeForShe?

Klar, Männer und Frauen sind keine homogenen Gruppen.¹ Männer haben verschiedene Positionen in der Gesellschaft inne. Verallgemeinernd lässt sich aber sagen, dass Männer strukturell bedingt in größerem Maß als Frauen in Machtpositionen sind. Wenn das Ziel ist, dass alle Frauen die gleichen Verwirklichungschancen haben, heißt das, dass besonders die Männer, die Privilegien genießen, ihre angewöhnten Verhaltensweisen und die ihnen zugeschriebene Rolle in der Gesellschaft in Frage stellen müssen.

Das ist nicht immer leicht, aber anders können wir nicht „ent-lernen“, was wir durch unsere Sozialisation verinnerlicht haben und lernen, wie wir zu einem besseren, faireren Miteinander kommen können. In dem alle die gleichen Rechte und Chancen haben und sein können, wie sie möchten. Und nicht, wie sie qua zugeschriebenem Geschlecht sein sollen. Auch Männer sollen die Möglichkeit haben, sich aus einem starren Korsett von Erwartungen und Einschränkungen lösen zu können – müssen z.B. nicht alleiniger Ernährer sein, können sich um ihre Gesundheit kümmern, müssen nicht immer hart, dominant und angstfrei sein, dürfen Gefühle zeigen. Kritische Männlichkeit ist da ein guter Anfang.

Wie kannst du für HeForShe aktiv werden?

Es gibt schon viele Sammlungen dazu, was man tun kann. Trotzdem werden wir oft gefragt, welche Unterstützung wir uns wünschen und wo man anfangen kann. Hier also eine unvollständige Liste. Es ist keine Check-Liste. Sie soll nicht einschüchtern. Sie soll Anregungen geben, wo man ansetzen kann.

Bevor du weiterliest: Geh bitte nicht direkt in Abwehr. Wenn du etwa denkst „das machen gar nicht alle Männer“ oder „das mach ich überhaupt nicht“ – so ist es auch nicht gemeint. Übernimm Verantwortung für dein eigenes Handeln, aber beziehe nicht alles auf dich. Strukturelle Verhaltensmuster und Privilegien zu hinterfragen, bedeutet nicht unweigerlich, dass man selbst diese Muster zeigt. 

Informiere dich. Wir alle haben diese Strukturen verinnerlicht. Es ist ein langer und nicht immer leichter Prozess, sie in Frage zu stellen. Lies Artikel, Zines oder Bücher, höre Podcasts, folge spannenden Aktivist*innen auf Social Media, schaue Dokumentationen, um ein besseres Bild davon zu bekommen, welche Probleme es gibt, welche Auswirkungen sie haben und was andere tun und getan haben um sich für Geschlechtergerechtigkeit zu engagieren.
[Platzhalter: Empfehlungen der HeForShe Deutschland Botschafter]

Höre Frauen wirklich zu, wenn sie dir von ihren Erfahrungen berichten wollen. Erwarte dabei nicht, dass sie alle Arbeit für dich machen. Stelle nicht als erstes die Erfahrung in Frage, sondern versuch dich in ihre Position hineinzuversetzen und ihre Denkweise nachzuvollziehen. („Das war doch nur ein Kompliment“ sollte nicht die Antwort darauf sein, wenn von Catcalling erzählt wird.)

Erweitere deine Perspektive. Wie sieht deine Mediathek aus? Wann hast du das letzte Mal ein Buch von einer Autorin gelesen? Welche Künstlerinnen hörst du, welchen Aktivistinnen folgst du auf Social Media?

Werde aktiv. Schließ dich z.B. einer Gruppe an oder gründe selber einen (digitalen) Stammtisch, um dich mit Gleichgesinnten auszutauschen, oder lest gemeinsam Bücher von feministischen Vordenker*innen (wir stehen schließlich auf den Schultern von Ries*innen), startet eine Social Media Aktion (taggt uns gern), führt ein „HeForShe Tagebuch“, sprecht über Dinge, die euch verwirren, die Augen geöffnet haben, an denen ihr arbeiten wollt.

Gib Frauen die Bühne, die ihnen zu oft verwehrt wird. Wen zitierst du in deinem Artikel, wer sitzt auf dem Podium der Veranstaltung, die du organisierst, wem wird in einem Meeting bei der Arbeit das Wort abgeschniten?

Trage Feminismus in all deine Bereiche. Es reicht nicht, nur dort über Gleichberechtigung zu sprechen, wo ohnehin schon viel darüber gesprochen wird und wo man sich des Zuspruchs sicher sein kann. Gerade auch in Umgebungen, in denen Frauen im Zweifelsfall nicht oder schwer Gehör finden, sollte über Feminismus gesprochen werden.

Scheue dich nicht davor, Fehler einzugestehen, dich zu entschuldigen oder zu korrigieren, wenn du merkst, dass etwas schieflief. Es ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen passiert. Reflektiere dein eigenes Verhalten anderen Menschen gegenüber, es reicht nicht zu sagen „ich bin Feminist“, es ist ein ständiger Lernprozess.

Konfrontiere dein Umfeld konstruktiv, z.B. wenn Kolleg*innen oder Freund*innen keine geschlechtergerechte Sprache verwenden, wenn sie sexistische Witze machen oder Grenzen übertreten. Wende dich an die Verantwortlichen, wenn du auf sexistische Werbung oder ein Podium stößt, das nur mit Männern besetzt ist.

Stell dich nicht auf ein Podest. Auch wenn wir männliche Vorbilder brauchen, muss anerkannt werden, dass Männer viel mehr Aufmerksamkeit und oft Lob (manchmal jedoch auch vergleichbare Abwehr) bekommen, wenn sie das sagen, was Frauen seit Jahrzehnten thematisieren.

Sei offen für Kritik, wenn dich jemand auf Fehlverhalten hinweist. Das ist selten schön, aber da müssen wir alle durch, wenn wir ent-lernen und dazulernen wollen (für Feminismus, Anti-Rassismus, Anti-Ableismus etc.). Frag nach, wenn du die Kritik nicht verstehst. Daraus kann eine gewinnbringende Unterhaltung entstehen, aber respektiere, dass von Sexismus betroffene Personen Männern keine Erklärungen schuldig sind.

Teile die Aufgaben und die Verantwortung. Übernimm deinen Anteil der Sorgearbeit und des Mental Loads, ob nun in einer gemischten WG oder einer heterosexuellen Beziehung. Wenn du bei Freund*innen zum Essen eingeladen bist – wer fragt, ob noch etwas mitgebracht werden kann, wer deckt den Tisch ab?

Wenn du Kinder hast, sprich mit ihnen über Gleichstellung. Schenkst du auch deinem Sohn eine Puppe, lässt ihn seine Gefühle offen zeigen, bringst ihm bei, alle Menschen zu respektieren? Übernimmt deine Tochter die meiste Hausarbeit? Klärt gemeinsam als Paar, wer in Elternzeit geht und wer ggf. die Arbeitszeit reduziert, reflektiert Rollenzwänge und strukturelle Ungleichheit. Es ist kein Zufall, dass Männer in heterosexuellen Beziehungen häufig die Hauptverdiener sind (Stichwort: Gender Pay Gap) und dass die Karriere von Frauen durch Teilzeit gebremst wird.

Setz dich mit rassistischen Männlichkeitsbildern auseinander. So ist z.B. das Bild von Männern, die als muslimisch gesehen werden, oft das des gefährlichen, hypersexuellen, frauenverachtenden Machos. Nicht selten geht diese Sicht einher mit einem Unwillen, sich mit vergleichbaren Haltungen in der weißen Mehrheitsgesellschaft auseinanderzusetzen. Statt sexistisches Verhalten ausschließlich bei anderen zu verorten, sollte dies auch in der deutschen weißen Mehrheitsgesellschaft thematisiert werden.

Spende für feministische Organisationen. Um Anliegen Gehör zu verschaffen und Veränderungen anzustoßen, kannst du dir eine Organisation oder ein Projekt aussuchen, das gezielt Frauen und Mädchen unterstützt und Geld spenden. Es gibt viele tolle Projekte, mit denen Frauen gestärkt werden.

 

 


Frauen und Männer, deren Geschlechtsidentität mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihnen bei ihrer Geburt zugewiesen wurde, bezeichnet man als cis-Personen. Menschen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei ihrer Geburt zugewiesen wurde, sind trans. Manche Menschen werden als Frauen oder Männer wahrgenommen, sind jedoch nicht-binär und identifizieren sich als keines dieser beiden Geschlechter oder verorten sich dazwischen. Menschen sind unterschiedlich von Diskriminierung betroffen, viele von sich überschneidenden Diskriminierungsformen wie Sexismus und Rassismus.

Stand: Januar 2021

  • 14