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SDG 7 - Günstige und saubere Energie

Eine Frau steht mit einer Lampe in der Hand im Dunkeln
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SDG 7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern

Ohne nachhaltige Energie keine nachhaltige Entwicklung im Sinne der Agenda 2030: Eine Lampe ermöglicht einem Kind die Hausaufgaben, Straßenlaternen erleichtern Frauen einen sicheren Heimweg im Dunkeln. Für einen universellen Zugang muss Energie bezahlbar und zuverlässig sein. Weltweit haben 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Elektrizität. Mehr als 3 Milliarden Menschen sind auf Brennstoffe wie Kohle, Kerosin und Biomasse (Holz, Holzkohle, landwirtschaftliche Rückstände und Viehmist) als primäre Energiequelle, z. B. zum Kochen oder für Beleuchtung, angewiesen. Haushalte mit niedrigem Einkommen und ländliche Haushalte sind in viel größerem Maße auf feste Brennstoffe angewiesen als Haushalte mit hohem Einkommen und städtische Haushalte.

Ähnlich wie bei der Wasserversorgung sind Frauen und Mädchen auf der Suche nach Brennmaterial oft gezwungen, weite Strecken zurückzulegen, wenn andere Energiequellen nicht verfügbar sind. Eine in 22 afrikanischen Ländern durchgeführte Studie schätzt, dass Frauen und Mädchen durchschnittlich zwei Stunden pro Tag nur mit dem Sammeln von Brennstoff verbringen. Das ist eine anstrengende Aufgabe, die sie der Gefahr von Verletzungen sowie physischer und sexualisierter Gewalt aussetzt. Gleichzeitig werden die Möglichkeiten von bezahlter Erwerbstätigkeit, Bildung und Freizeit eingeschränkt, mit langfristigen Auswirkungen auf die Lebensqualität der Frauen und Mädchen.  

Luftverschmutzung im eigenen Wohnraum, zum Beispiel durch einen Herd, der beim Verbrennen von Holz oder Tierkot starken Rauch entwickelt, kann schwere gesundheitliche Folgen haben. Das betrifft insbesondere Frauen und Kinder, die mehr Zeit zu Hause verbringen als andere Familienmitglieder. Im Jahr 2012 verursachte die Luftverschmutzung in Innenräumen 4,3 Millionen vorzeitige Todesfälle. 6 von 10 dieser Todesfälle entfielen auf Frauen und Mädchen.

Infografik SDG7

Studien weisen darauf hin, dass Frauen sparsamer mit Energie umgehen als Männer – sie verbrauchen bis zu 20 % weniger Energie und sind eher dazu bereit, alltägliche Verhaltensweisen zu ändern und Energie zu sparen. Dennoch sind Frauen im Sektor für erneuerbare Energien mit einem Anteil von nur 20 % der Beschäftigten weitgehend unterrepräsentiert.

Da Frauen zu Hause für die Energieversorgung verantwortlich sind, können sie eine wichtige Rolle bei der Erweiterung nachhaltiger moderner Energien spielen. Alle Elemente der Energieplanung und Politikgestaltung müssen Geschlechterdimensionen berücksichtigen und den Anteil an Frauen in Führungspositionen ausbauen. Innerhalb der Energiebranche selbst müssen die Barrieren für Frauen in Führungspositionen, als Unternehmerinnen und Angestellte fallen. Und sie müssen gleichberechtigt in nationalen und globalen Energieräten vertreten sein.


Wie UN Women hilft

UN Women fördert einen erweiterten Zugang zu Strom. Zusammen mit dem Barefoot College in Indien konnten ältere Analphabetinnen als Solaringenieurinnen ausgebildet werden. UN Women ist zudem Teil der Global Alliance for Clean Cook Stoves, welche sich für einen globalen Markt für saubere und effiziente Küchengeräte einsetzt. In Ghana hat der UN Women Fund for Gender Equality "grüne" Kochherde eingeführt. Des Weiteren fördert UN Women seit 2011 den Gender Equality Award, verliehen durch die Seed Initiative, einer weltweiten Partnerschaft für Maßnahmen zu nachhaltiger Entwicklung und einer "grünen" Wirtschaft. Es wurden bereits viele Initiativen zu sauberer Energie ausgezeichnet, die Frauen einbeziehen. Weitere grüne Energieprogramme sind in Planung.


Stand: Juli 2020

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