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SDG 5 - Gleichstellung der Geschlechter

Ein Gruppenbild einer Mädchen-Basketball-Mannschaft
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SDG 5: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

Das Ziel 5 beschäftigt sich mit der Gleichstellung der Geschlechter und der Stärkung der Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen, um die tief verwurzelte und vielfältige geschlechtsspezifische Diskriminierung zu bekämpfen.

Denn die Stärkung und Beteiligung von Frauen und Mädchen hat eine Hebelwirkung auf Wirtschaftswachstum und Entwicklung und ist nicht nur gerecht, sondern zugleich in ökonomischer und sozialer Hinsicht unverzichtbar.

Infografik SDG1

Ziel 5.1 Alle Formen der Diskriminierung von Frauen und Mädchen überall auf der Welt beenden

Die Abschaffung diskriminierender Gesetze und die Verabschiedung von Gesetzen, die die Geschlechtergleichstellung fördern, ist eine wichtige Voraussetzung, um die Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen. In den letzten 25 Jahren wurden Fortschritte erzielt. Dazu gehören Gesetze, die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in Bezug auf Erbschaft und Staatsbürgerschaft verbieten; Gesetze, die die Gleichheit innerhalb der Familie garantieren; und Gesetze, die häusliche Gewalt bekämpfen. Doch obwohl die Fortschritte beachtlich sind, gibt es in vielen Ländern nach wie vor diskriminierende Verfassungs- und Gesetzesbestimmungen. Damit bleiben Frauen ohne Schutz oder rechtliche Grundlage, um ihre Rechte einzufordern.

Im Fokus: Diskriminierende Gesetze gegen Frauen

In vielen Ländern gibt es nach wie vor diskriminierende gesetzliche Vorschriften. Im Rahmen internationaler Menschenrechtsbestimmungen und -abkommen, insbesondere des Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) und der Erklärung und Aktionsplattform von Peking, haben sich die Staaten verpflichtet, die Diskriminierung von Frauen zu beseitigen und die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern, auch in Hinblick auf rechtliche Rahmenbedingungen. Die Aktionsplattform von Peking legte 2005 als Zieldatum für die Abschaffung von Gesetzen fest, die Frauen diskriminieren. Diese Frist ist verstrichen und noch immer zeigen Daten aus dem Jahr 2016 erhebliche gesetzliche Diskriminierungen: In 18 Ländern können Ehemänner ihre Ehefrauen rechtlich daran hindern, zu arbeiten; in 39 Ländern haben Töchter und Söhne nicht das gleiche Erbrecht; in 49 Ländern fehlen Gesetze zum Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt; in 37 Ländern werden Vergewaltiger nicht strafrechtlich verfolgt, wenn sie mit der vergewaltigten Frau verheiratet sind oder sie später heiraten.

Ziel 5.2 Alle Formen von Gewalt gegen alle Frauen und Mädchen beseitigen

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist heute eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen in der Welt und findet in allen Ländern statt. Sie findet sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum statt und wird in der Mehrzahl der Fälle von jemandem verübt, den das Opfer kennt, meistens von einem Partner. Diese Gewalt kann viele Formen annehmen, darunter physische, sexuelle, psychologische und wirtschaftliche. Andere Arten von Gewalt wie Menschenhandel und neue Erscheinungsformen wie Cyber-Mobbing sind ebenfalls länderübergreifend verbreitet. Die langfristigen physischen, psychischen und emotionalen Auswirkungen beeinträchtigen das Leben der Betroffenen nachhaltig. Diese Gewalt wirkt sich auch auf die Gemeinschaften und Familien der betroffenen Frauen aus, insbesondere auf das Leben ihrer Kinder, und hindert Frauen an der vollen Teilhabe an der Gesellschaft. Die gesellschaftliche Akzeptanz und die weit verbreitete Straflosigkeit für die Täter gehören zu den Hauptfaktoren, die zu ihrem Fortbestehen beitragen.

Im Fokus: Gewalt durch einen Partner

1 von 5 Frauen und Mädchen im Alter von 15-49 Jahren gab an, in den vorangegangenen 12 Monaten körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch einen intimen Partner erlebt zu haben. Verfügbare vergleichbare Daten aus 87 Ländern zeigen, dass 19 Prozent der Frauen und Mädchen im Alter von 15-49 Jahren in den letzten 12 Monaten körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch einen Intimpartner erlebt haben.

Im Fokus: Heranwachsende Mädchen und ältere Frauen

Frauen und Mädchen aller Altersgruppen sind Gewalt ausgesetzt. Auf der Grundlage vergleichbarer Daten aus 50 Ländern berichten schätzungsweise 15 Millionen heranwachsende Mädchen (im Alter von 15-19 Jahren) vergewaltigt worden zu sein. Bei neun von zehn dieser Mädchen stand der Vergewaltiger ihnen nahe oder war ihnen zumindest bekannt. Darüber hinaus sind heranwachsende Mädchen und junge Frauen dem Risiko ausgesetzt, in anderen Umfeldern, z.B. in der Schule oder auf dem Universitätscampus, Opfer von Gewalt zu werden. In einer Umfrage an 27 Universitäten in den Vereinigten Staaten gaben im Jahr 2015 23 Prozent der weiblichen Studentinnen im Grundstudium an Universitäten an, sexualisierte Gewalt erlebt zu haben.

Es gibt kaum Daten über Gewalt gegen ältere Frauen (in vielen Umfragen werden nur Frauen im Alter von 15-49 Jahren befragt), aber sie zeigen, dass ältere Frauen anfälliger als jüngere Frauen für bestimmte Formen von Gewalt sind, etwa wirtschaftliche Ausbeutung und Vernachlässigung, und dass sich das Spektrum der Täter auf andere Verwandte, Fremde, Betreuer und Nachbarn ausweitet. Eine in fünf europäischen Ländern durchgeführte Studie ergab, dass 28 Prozent der Frauen im Alter von 60 Jahren und älter irgendeine Form von Missbrauch im Vorjahr angaben, und dass der häufigste Täter aller Arten von Gewalt (außer Vernachlässigung) der (Ehe-)Partner war (siehe Kapitel 5).

Ziel 5.3 Alle schädlichen Praktiken bei Frauen und Mädchen beseitigen

Schädliche Praktiken wie Kinder-, Früh- und Zwangsverheiratung und weibliche Genitalverstümmelung (FGM) sind Menschenrechtsverletzungen und haben eine Vielzahl negativer Folgen für Mädchen. Eine frühe Heirat ist mit einer verringerten Chance auf Bildung und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von risikobehafteten Teenagerschwangerschaften verbunden, was häufig zu Komplikationen bei der Geburt und hohen Müttersterblichkeitsraten führt. FGM ist eine grausame Verletzung der körperlichen Unversehrtheit von Frauen und Mädchen, die zum Teil durch Stereotype über Geschlecht und geschlechtsspezifische Rollen und den Versuch motiviert ist, den Körper und die Sexualität von Frauen und Mädchen zu kontrollieren.

Im Fokus: Kinderheirat

Jedes Jahr werden 15 Millionen Mädchen unter 18 Jahren zur Heirat gezwungen. Wenn die Fortschritte bei der Erreichung dieses Ziels nicht beschleunigt werden, wird diese Zahl bis 2030 auf 16,5 Millionen und bis 2050 auf über 18 Millionen anwachsen.

Im Jahr 2019 war weltweit jede fünfte junge Frau im Alter von 20 bis 24 Jahren in der Kindheit verheiratet.

Die Anzahl an Kinderheiraten variieren innerhalb derselben Regionen von Land zu Land erheblich, was wahrscheinlich auf eine Kombination von Faktoren wie Armut, begrenzte Möglichkeiten für Mädchen sowie geschlechtsspezifische Normen und Traditionen zurückzuführen ist. Große Unterschiede sind auch innerhalb der Länder festzustellen, wobei die Raten je nach Einkommen, Wohnort und anderen Merkmalen erheblich variieren. Auch die Trends sind je nach Land unterschiedlich. Während es in einigen Ländern Anzeichen für rückläufige Raten von Kinderheiraten gibt, sind in anderen Ländern höhere Raten bei jüngeren Frauen im Vergleich zu älteren Generationen aufzufinden.

Im Fokus: Weibliche Genitalverstümmelung (FGM)

Schätzungsweise haben mindestens 200 Millionen Frauen und Mädchen in 30 Ländern eine Genitalverstümmelung durchlebt. Die schädliche Praxis wird zwar seltener, aber die Fortschritte sind nicht schnell genug, um sie bis 2030 zu beseitigen. Wenn der Fortschritt nicht beschleunigt wird, wird der Rückgang nicht mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten können, und die Zahl der Frauen und Mädchen, die sich FGM unterziehen, wird in den nächsten 15 Jahren zunehmen. Um das Ziel der vollständigen Beseitigung dieser schädlichen Praxis zu erreichen, sind neben Gesetzen, die diese Praxis verbieten, auch Maßnahmen erforderlich, die sich mit sozialen Normen und Einstellungen befassen.

Ziel 5.4 Unbezahlte Pflege- und Hausarbeit wertschätzen

Frauen leisten dreimal so viel unbezahlte Pflege- und Hausarbeit wie Männer. Frauen verbringen durchschnittlich 18 Prozent ihres Tages ausschließlich mit unbezahlter Pflege- und Hausarbeit, während Männer 7 Prozent ihres Tages dafür aufwenden. Nach Alter aufgeschlüsselt ist die Zeit, die für unbezahlte Pflege- und Hausarbeit aufgewendet wird, bei Frauen im Alter von 25-44 Jahren im Vergleich zu Frauen im Alter von 15-24 und 45-64 Jahren am höchsten. Dieser Spitzenwert bei der Pflegelast von Frauen fällt mit dem Zeitraum zusammen, in dem sie am ehesten kleine Kinder haben. Soweit Daten verfügbar sind, deuten sie darauf hin, dass Frauen mit jüngeren Kindern mehr unbezahlte Arbeit, einschließlich Sorgearbeit, verrichten als Frauen ohne Kinder. Die Unterschiede zwischen den Frauen variieren auch durch andere Faktoren wie das Haushaltseinkommen, die Frage, ob es zu Hause Zugang zu Trinkwasser und Brennstoffen gibt, sowie durch politische Maßnahmen im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung.

Die Erwartung, dass Betreuungsarbeit in der Verantwortung der Frauen liegt, beginnt bereits in einem frühen Alter. Eine in 33 Ländern durchgeführte Studie zeigt, dass Mädchen im Alter von 7-14 Jahren mehr Hausarbeit verrichten als gleichaltrige Jungen und andere Aufgaben wahrnehmen, einschließlich der Betreuung jüngerer Geschwister. Die Arbeitsteilung in "Frauenarbeit" und "Männerarbeit" setzt sich für viele Frauen bei der Gründung ihrer eigenen Familie fort und schlägt sich in der Arbeitswelt nieder (SDG 8). Geschlechterstereotypen beeinflussen die Art der Arbeit, die Frauen außer Haus verrichten, die Bedingungen, unter denen diese Arbeit angeboten wird, und die Bezahlung, die sie erhalten. Sie wirken sich auch auf die Fähigkeit von Frauen aus, sich in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens, einschließlich der politischen Partizipation, zu engagieren (Ziel 5.5).

Ziel 5.5 Die volle und wirksame Teilhabe von Frauen und ihre Chancengleichheit bei der Übernahme von Führungsrollen sicherstellen

An politischen und wirtschaftlichen Prozessen und Entscheidungen teilzuhaben, ist ein wesentlicher Bestandteil der Rechte von Frauen und Mädchen. Frauen nehmen auf allen Ebenen, in verschiedenen Funktionen und in allen Regierungsbereichen an der Politik und den Entscheidungsprozessen teil, u.a. als Wählerinnen, Kandidatinnen für nationale oder kommunale Wahlen, Parlaments- oder Gemeinderatsmitglieder, Staats- und/oder Regierungschefs und Regierungsministerinnen. Doch oft erfolgt ihre Beteiligung zu ungleichen Bedingungen, beeinträchtigt durch geschlechtsspezifische Normen und Erwartungen, die ihren Zugang zu Leitungspositionen einschränken. Damit werden wichtige Chancen verpasst, denn die Beteiligung von Frauen wirkt sich nachweislich positiv auf das öffentliche Ausgabeverhalten und die Bereitstellung von Dienstleistungen aus. Das Gleiche gilt für den privaten Sektor, wo Frauen in Unternehmensvorständen und in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert sind, obwohl es Belege dafür gibt, dass die Präsenz von Frauen mit höheren Aktienkursen und Gewinnen verbunden ist.

Im Fokus: Frauen in wirtschaftlichen Führungspositionen

Frauen sind in allen Ländern, für die Daten vorliegen, in der oberen und mittleren Führungsebene unterrepräsentiert. In Deutschland liegt der Anteil an Frauen in Führungspositionen bei 21,3 %. Daten, die für 35 Länder verfügbar sind, deuten auf Verbesserungen in einigen Ländern, aber sinkende Anteile weiblicher Führungskräfte in anderen Ländern hin. 

Im Fokus: Vertretung von Frauen in nationalen Parlamenten

Trotz einiger Fortschritte sind Frauen in den Parlamenten weltweit nach wie vor unterrepräsentiert. Weltweit haben Frauen lediglich 23,7 Prozent der Parlamentssitze inne, was einem Anstieg von 10 Prozentpunkten seit 2000 entspricht. Nur in Ruanda (61 %) und in Bolivien (53 %) haben Frauen mehr Sitze im Parlament als Männer. Auch in Deutschland sind Frauen im Bundestag unterrepräsentiert: Der Frauenanteil sank 2017 von seinem bisherigen Höchststand (36,3 %) auf 30,9 %. Durch Geschlechterquoten bei Wahlen und andere Sondermaßnahmen hat sich der Anteil der Frauen in nationalen Entscheidungsgremien in vielen Ländern erhöht. Trotz der nachgewiesenen Wirkung verfügen jedoch weniger als die Hälfte der Länder weltweit über irgendeine Form von gesetzlichen Quoten.

Grafik: Anteil von Frauen in Nationalen Parlamenten

Ziel 5.6 Den allgemeinen Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und reproduktiven Rechten gewährleisten

Frauen und Mädchen sind im Hinblick auf ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit und ihre damit verbundenen Rechte mit vielen Herausforderungen und Risiken konfrontiert. Dazu gehören rechtliche Barrieren, wenn z.B. Frauen und Mädchen die ausdrückliche Zustimmung des Ehemannes oder der Eltern benötigen, um gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen oder sexuelle Aufklärungsgespräche wahrnehmen zu können. In anderen Fälle sind die Angebote sexueller und reproduktiver Gesundheit, selbst wenn sie verfügbar sind, teuer und von schlechter Qualität. Frauen können zudem häufig nicht selbst wichtige Entscheidungen treffen, etwa was Verhütungsmittel oder die eigene Gesundheitsversorgung betrifft.  

Im Fokus: Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte

Es fehlt eine umfassende globale Datenbank über Gesetze zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit und zu den reproduktiven Rechten, aber für eine Untergruppe von Ländern sind Daten über die Entscheidungsfreiheit von Frauen in Bezug auf ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte verfügbar. Auf der Grundlage von Daten aus 45 Ländern, vor allem in Afrika südlich der Sahara, treffen nur 52 % der verheirateten oder in einer Partnerschaft lebenden Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren ihre eigenen informierten Entscheidungen über sexuelle Handlungen, die Verwendung von Verhütungsmitteln und Gesundheitsversorgung. Bei jugendlichen Mädchen werden die sexuelle und reproduktive Gesundheit und die damit verbundenen Rechte nicht nur durch Zugangsbarrieren, sondern auch durch das Fehlen einer umfassenden Sexualerziehung und durch schädliche Praktiken wie Zwangsheirat und FGM beeinträchtigt. Komplikationen im Zusammenhang mit Geburt und Schwangerschaft gehören zu den häufigsten Todesursachen von Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren. Staaten sind verpflichtet, zugängliche, qualitativ hochwertige und bezahlbare sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung bereitzustellen. 

Ziel 5.a Frauen die gleichen Rechte auf wirtschaftliche Ressourcen verschaffen

Wirtschaftliche Ressourcen – darunter Land und andere Eigentumsformen, finanzielle Vermögenswerte, Erbschaften und natürliche Ressourcen – geben Einzelpersonen und Haushalten die Möglichkeit, Einkommen und Vermögen zu generieren. Sie helfen bei der Bewältigung von Krisen und können als Sicherheiten verwendet werden, um den Zugang zu Krediten zu ermöglichen. Eine größere Gleichberechtigung der Geschlechter bei der Verteilung der wirtschaftlichen Ressourcen hat positive Multiplikatoreffekte für die Erreichung eines integrativen, gerechten und nachhaltigen Wirtschaftswachstums sowie für eine Reihe von wichtigen Entwicklungszielen, darunter Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit sowie Gesundheit und Wohlergehen von Haushalten, Gemeinschaften und Ländern. Der gleichberechtigte Zugang zu und die Kontrolle über wirtschaftliche Ressourcen verschafft Frauen auch eine größere Verhandlungsmacht innerhalb des Haushalts und die Fähigkeit zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit.

Im Fokus: Gleiche Landrechte für Frauen

Daten zu den Rechten von Frauen beim Zugang zu Land weisen auf tiefgreifende Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern hin. Land ist eine wichtige wirtschaftliche Ressource, die untrennbar mit dem Zugang zu anderen wirtschaftlichen und produktiven Ressourcen verbunden ist. Frauen sind weitaus seltener Landbesitzerinnen in der Landwirtschaft: Ihr Anteil reicht von 0,8 % in Saudi-Arabien bis zu 51 % in Cabo Verde, bei einem globalen Gesamtanteil von 12,8 %. Wenn Frauen Land besitzen, sind ihre Parzellen im Allgemeinen kleiner und von geringerer Qualität als die Parzellen von Männern, und ihre Rechte an dem Land sind weniger sicher.

Ziel 5.b Die Nutzung von Grundlagentechnologien, insbesondere der Informations- und Kommunikationstechnologien, verbessern

Die Fortschritte in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), einschließlich Telekommunikation, Computer und Internet, haben die Welt verändert. Aber die Vorteile sind nicht gleichmäßig verteilt. Beim Zugang zu und bei der Nutzung von IKT bestehen große geschlechtsspezifische Unterschiede. Frauen besitzen seltener als Männer ein Mobiltelefon und sind in anderen Bereichen benachteiligt, u.a. beim Internetzugang und bei der breiteren Einbindung in die digitale Wirtschaft. Das Ergebnis ist eine wachsende digitale Kluft zwischen Frauen und Männern und eine Vertiefung der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, da Frauen in wichtigen Bereichen der Wissensgenerierung, Innovation und des Unternehmertums außen vor bleiben.

Im Fokus: Frauen und IKTs

Der Zugang zum Internet nimmt exponentiell zu. Die Technologie wird genutzt, um in der Schule, am Arbeitsplatz und zu Hause zu kommunizieren und Informationen auszutauschen. Aber Frauen werden nicht im gleichen Tempo erreicht wie Männer. Im Jahr 2017 war der Anteil der Frauen, die das Internet weltweit nutzen, um 6 %punkte niedriger als der der Männer.

Mobiltelefone können zum Empowerment von Frauen beitragen: Sie ermöglichen es Frauen, mit Familie und Freund*innen in Kontakt zu bleiben, erleichtern finanzielle Transaktionen und sparen Zeit bei der Koordination und Verwaltung alltäglicher Aktivitäten. Frauen im globalen Süden berichten, dass sie sich mit einem Mobiltelefon unabhängiger und sicherer fühlen, obwohl die Belästigung durch im Internet ein wachsendes Problem ist. Bei Frauen ist die Wahrscheinlichkeit, ein Mobiltelefon zu besitzen, um 14 % geringer als bei Männern. Die Überwindung der digitalen Kluft zwischen den Geschlechtern erfordert größere Anstrengungen, nicht nur um den Zugang zu IKT für alle auszuweiten, sondern auch um sicherzustellen, dass Frauen und Mädchen Zugang zu relevanten Informationen erhalten sowie frei und ohne Diskriminierung kommunizieren können.

Ziel 5.c Eine solide Politik und durchsetzbare Rechtsvorschriften zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter beschließen und verstärken

Die Agenda 2030 verpflichtet die Staaten zu einer deutlichen Erhöhung der Investitionen, um die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zu beseitigen. Die Kostenberechnung und die Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen für Gleichstellungspolitiken und -programme sind von zentraler Bedeutung für die Umsetzung und Erreichung der SDG 5. Zielvorgabe 5.c zielt im Großen und Ganzen auf die Stärkung von Politiken und Rechtsvorschriften ab, die die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Rolle der Frau fördern. Dazu gehören Bemühungen der Regierung, Systeme zur Verfolgung der Ressourcenzuweisungen für die Gleichstellung der Geschlechter zu entwickeln und umzusetzen. Die Nachverfolgung der für die Gleichstellung der Geschlechter zugewiesenen Ressourcen erhöht die Transparenz und könnte letztlich zu mehr Rechenschaftspflicht führen. Sie ist ein wichtiger erster Schritt, um die Lücke zwischen Politik und Umsetzung zu schließen.

Stand: Juli 2020