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SDG 2 - Hunger beenden

4 Frauen verkaufen Gemüse an einem Marktstand
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SDG 2: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

Schätzungsweise 789 Millionen Menschen, 11 % der Weltbevölkerung, sind unterernährt. Wenn es so weitergeht wie bisher, wird das Ziel, den Hunger bis 2030 zu beenden, verfehlt. In fast zwei Dritteln der Länder berichten Frauen häufiger als Männer über Ernährungsunsicherheit. Frauen haben ein 27% höheres Risiko, von schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen zu sein als Männer.

Die weltweit schlimmste Ernährungsunsicherheit herrscht in Afrika südlich der Sahara, wo die Hälfte der Bevölkerung betroffen ist. Ernährungsunsicherheit ist jedoch auch in den größten Volkswirtschaften der Welt verbreitet. In Großbritannien zum Beispiel berichteten 10 % der Frauen und 9 % der Männer von Ernährungsunsicherheit. Frauen sind weltweit besonders gefährdet, nicht über ausreichend Nahrung zu verfügen.

Infografik SDG2

Aufgrund des schlechten Zugangs zu bestimmten Ressourcen, Märkten, Ausbildung und Technologie sowie ungleichen Machtverhältnissen im Haushalt, haben Frauen oft wenig Kontrolle über die Erlöse ihrer Arbeit, seien es Nahrungsmittel oder Bargeld.

Frauen und Mädchen bereiten weltweit die meisten Mahlzeiten zu und spielen eine entscheidende Rolle bei der Nahrungsmittelproduktion, -verarbeitung und -verteilung. Sie sind daher für die Erreichung der landwirtschaftlichen Produktivitäts- und Ernährungsziele von SDG 2 unerlässlich. Allerdings sind Frauen hauptsächlich in den schlecht bezahlten Berufen der Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie beschäftigt und verfügen über kaum oder gar keinen sozialen Schutz.

Weltweit ist fast ein Drittel der erwerbstätigen Frauen in der Landwirtschaft tätig, wobei Selbständige und unbezahlte Familienarbeitskräfte nicht berücksichtigt sind. Doch nur 13 % der Frauen sind Landbesitzerinnen. In einigen Teilen der Welt, wie Südasien und Afrika südlich der Sahara, sind mehr als 60 % aller erwerbstätigen Frauen in der Landwirtschaft tätig, einer konzentrierten informellen und schlecht bezahlten Arbeit mit wenig oder gar keinem sozialen Schutz. Da sie keinen gleichberechtigten Zugang zu Land oder Krediten, Technologie und Märkten haben, bleiben viele am Rande der Subsistenzlandwirtschaft.

In Krisen oder bei steigenden Lebensmittelpreisen bedeutet Geschlechterdiskriminierung, dass Frauen und Mädchen als erste weniger oder schlechter essen – obwohl sie gerade dann oft mehr Zeit und Energie aufwenden, um die Ernährung der Familie zu sichern. Für schwangere und stillende Frauen bedeuten unzureichende und schlechte Ernährung das Risiko von Blutarmut, einer der häufigsten Ursachen für Müttersterblichkeit.


Wie UN Women hilft

UN Women trägt dazu bei, Hunger weltweit zu beenden. Dazu wird die Rolle von Frauen in der Nahrungsmittelproduktion sowie -nutzung gefördert und gestärkt. Dies erfolgt etwa durch die Unterstützung von Schulungen, gendersensiblen und nachhaltigen politischen Maßnahmen und Gesetzesänderungen. Zudem hilft UN Women Frauen in ländlichen Gebieten beim Zugang zu Land, Informationen, Technologien, Produktionsmitteln und natürlichen Ressourcen. Eine erhöhte landwirtschaftliche Produktivität verhilft diesen Frauen zu einem gesicherten Einkommen. Und Frauen können besser zur globalen Ernährungssicherheit beitragen. 


Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) geht davon aus, dass sich die Zahl der von akuter Ernährungsunsicherheit betroffenen Menschen bis Ende 2020 wahrscheinlich verdoppeln wird, vor allem in fragilen und konfliktbelasteten Staaten.  Die Ebola-Krise hat gezeigt, dass Frauen bei Nahrungsmittelmangel häufig ihre eigene Ernährung einschränken, sexuelle Dienstleistung gegen Geld oder Nahrungsmittel anbieten oder sich verschulden, um ihre Familie zu ernähren.

Stand: Juli 2020

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