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SDG 16 - Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Frauen demonstrieren für Frieden
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SDG 16: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

Friedliche und inklusive Gesellschaften halten Rechtsstaatlichkeit aufrecht und sichern einen gleichberechtigten Zugang zu den Gerichten. Sie schützen Menschen vor allen Formen von Gewalt, einschließlich geschlechtsspezifischer Gewalt. Sie dämmen Korruption und organisierte Kriminalität ein und sichern grundlegende Freiheiten. Effektive, verantwortungsvolle und integrative Institutionen sind entscheidend für die Verwirklichung der Gleichstellung der Geschlechter und der nachhaltigen Entwicklung. Sie ermöglichen Frauen den Zugang zur Justiz und zu anderen wichtigen öffentlichen Diensten. Wo Regierungsinstitutionen ihrer Rolle nicht gerecht werden, nehmen Korruption, organisiertes Verbrechen, Ungleichheiten und soziale Unruhen tendenziell zu - oft mit nachteiligen Folgen für Frauen und Mädchen. Doch in allen Ländern ist Toleranz und Straffreiheit für Verbrechen gegen Frauen und Mädchen weit verbreitet. Die Unterrepräsentierung von Frauen in Institutionen der globalen, regionalen und nationalen Regierungsführung tragen dazu bei, die geschlechtsspezifische Benachteiligung aufrechtzuerhalten.

Die überwiegende Mehrheit der weltweiten Mordopfer sind Männer. Doch 58% aller weiblichen Opfer wurden von einem Partner oder einem Familienmitglied ermordet, verglichen mit 6 % der ermordeten Männer.

Infografik SDG16

Konflikte und humanitäre Krisen erschweren Frauen und Mädchen unter anderem das Recht auf Nahrung, Bildung, Sicherheit und Gesundheit. In bewaffneten Konflikten steigen die Mordraten und andere Formen der Gewaltkriminalität deutlich an. Während Männer mit größerer Wahrscheinlichkeit auf dem Schlachtfeld getötet werden, sind Frauen unverhältnismäßig häufig sexualisierter Gewalt ausgesetzt, werden entführt, gefoltert und gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. Gezielte Tötungen, Vergewaltigungen und andere Formen der Gewalt gegen Frauen werden häufig als Kriegswaffen eingesetzt. In Konflikt- und Post-Konflikt-Ländern ist der Anteil weiblicher Mordopfer in der Regel größer als der regionale Durchschnitt. Viele Konflikt- und Post-Konflikt-Länder gehören auch zu den Ländern mit den weltweit höchsten Raten sexualisierter Gewalt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sexualisierte Gewalt von Polizei- oder Militärpersonal verübt wird, ist während und nach Konflikten ebenfalls höher. In Liberia zum Beispiel, wo zwei Bürgerkriege Tausende von Menschenleben gefordert und viele zur Flucht gezwungen haben, liegt der Anteil der Opfer sexueller Gewalt, die berichten, dass sie von Angehörigen des nationalen Sicherheitspersonals angegriffen wurden, bei über 8 % und ist damit der höchste Anteil unter den Ländern mit verfügbaren Daten.

Grafik: Gewalt durch Polizei/Militär

Frauen haben bereits große Erfolge erzielt: Sie sind heute mehr denn je bei politischen Entscheidungen und auch an Friedensprozessen beteiligt. In der bahnbrechenden Resolution Nummer 1325 des UN-Sicherheitsrats aus dem Jahr 2000 wurden die Mitgliedstaaten der UN dazu aufgerufen, Frauen gleichberechtigt in Friedensverhandlungen und Wiederaufbau einzubeziehen. Die geschlechtsspezifischen Dimensionen von Konflikten und die zentrale Rolle, die Frauen beim Aufbau und bei der Erhaltung des Friedens spielen, werden so zunehmend anerkannt. Dennoch ist die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen beständig. Von 1992 bis 2019 waren nur 6% Frauen als Mediatorinnen, 6% als Unterzeichnerinnen und 13% als Verhandlungsführerinnen am Tisch eines Friedensgesprächs Frauen. Frauen sitzen 2021 in 18% der Regierungsausschüsse für auswärtige Angelegenheiten, Verteidigung, Finanzen und Menschenrechte.

Für friedliche und inklusive Gesellschaften benötigt es vollständigen und ausnahmslosen Schutz der Rechte von Frauen in allen Gesetzen und in der Rechtsanwendung.


Wie UN Women hilft

UN Women fördert Frieden und Inklusion. Die Organisation stützt das Engagement von Frauen in allen Aspekten von Friedensverhandlungen, Peacebuilding und Wiederaufbau inklusiver Gesellschaften. Die Organisation bildet Friedenswächter*innen aus, die konfliktbedingte sexualisierte Gewalt aufspüren und versuchen sie zu stoppen. Außerdem fördert UN Women gendersensible Reformen: Justizsysteme und Sicherheitsinstitutionen müssen die Berücksichtigung von Frauen gewährleisten. Der Zugang zu Gerichten muss universell werden und Gesetze gegen die Gewalt an Frauen müssen etabliert werden.


Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf SDG 16

UN-Generalsekretär António Guterres rief im April 2020 zu einem sofortigen Waffenstillstand auf, damit alle verfügbaren Kräfte auf die Beendigung der Pandemie konzentriert werden können.

Jahrelange Kriege wie im Jemen und in Syrien haben Krankenhäuser zerstört und Gesundheitssysteme lahmgelegt, sodass die Menschen, insbesondere Frauen und Kinder, einem hohen Risiko ausgesetzt sind, sich mit COVID-19 zu infizieren und schwer zu erkranken. Vor der Pandemie war die Müttersterblichkeitsrate in den von Krisen oder Konflikten betroffenen Ländern bereits alarmierend hoch. Die aktuelle Belastung des Gesundheitssektors durch Corona wird die Müttersterblichkeit wahrscheinlich erhöhen.

In Krisengebieten nimmt das Risiko sexualisierter Gewalt für Frauen und Mädchen zu. Gleichzeitig nehmen die Hilfsangebote für Überlebende ab, weil weniger Personal vor Ort ist oder technische und finanzielle Ressourcen auf die Pandemie konzentriert werden. Betroffene setzen sich einem erhöhten Infektionsrisiko aus, wenn sie Kliniken aufsuchen und werden dort häufig abgewiesen.

In Geflüchtetencamps, wo die beengten Verhältnisse notwendigen körperlichen Abstand erschweren, sind Frauen und Mädchen bei den notwendigen Hygienemaßnahmen in gemeinschaftlich genutzten Sanitäreinrichtungen einem hohen Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt.

Und Frauen müssen Teil der Lösung sein: Eine von COVID-19 gebeutelte Welt kann es sich nicht leisten, dass Friedensabkommen schnell in die Brüche gehen.

Stand: Oktober 2021

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