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Aus meiner Sicht: Sita Shrestha

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"Ich bin selbstbewusster geworden."

Photo: UN Women/N. Shrestha

Solange ich denken kann, bin ich jeden Morgen vor der Schule kilometerweit gelaufen, um Wasser für meine Familie zu holen. Viele aus dem Dorf [Chilaune, in der Nähe von Nepals Hauptstadt Kathmandu] mussten stundenlang laufen, um Wasser zum Kochen und Tränken des Viehs zu besorgen. Wasserknappheit ist schon immer eines der größten Probleme in meinem Dorf gewesen. Als nach einem Erdbeben die Brunnen auf unerklärliche Weise anfingen auszutrocknen, wurde dieses Problem noch schlimmer. 

Nachdem ich an einem zweitägigen Seminar zum Thema Führungsverhalten teilgenommen hatte, war für mich klar, dass ich eine Lösung für das Wasserproblem in unserem Dorf finden wollte. Es gab da einen bestimmten Naturbrunnen, zu dem alle gingen, seit die anderen trockengelaufen waren. Allerdings war die Nutzung chaotisch organisiert; überall war Dreck, der Boden war rutschig und die Menschen mussten stundenlang warten, bis sie an der Reihe waren.

Wir haben im Dorf gesammelt, einen kleinen Kredit aufgenommen, womit wir Zement, Sand und Beton gekauft haben. Das alles musste erstmal den ganzen Weg von der Hauptverkehrsstraße zum Brunnen getragen werden. Die Erdbeben hatten die Fußgängerwege zerstört, also mussten wir zunächst richtige Gehwege bauen, sodass die Strecke für die Wasserträger sicherer wurde. Wir haben von der Stadt sogar einen Tank zum Speichern von Wasser gekauft. Wir haben einen kleinen Kanal gebaut, sodass verbrauchtes Wasser recycelt und zur Bewässerung verwendet werden kann. So bleibt hier kein Wassertropfen mehr ungenutzt. In einem nächsten Schritt möchte ich ein paar Räume in der Nähe des Wasserzugangs bauen, sodass die Dorfbewohner ungestört baden können. Aber am wichtigsten ist es mir, mehr Haushalte im Dorf mit Wasser zu versorgen. Niemand, und ganz besonders nicht Frauen und Schulkinder, sollten stundenlang laufen müssen, um an Wasser zu kommen. Wir haben die Möglichkeit mehr Häuser an die Wasserversorgung anzuschließen – und das werden wir auch als Nächstes tun.

Das Seminar und dieses Projekt haben mein Leben verändert. Ich bin selbstbewusster geworden, habe angefangen darüber nachzudenken, wie ich meiner Gemeinschaft noch in anderen Bereichen helfen kann und ich mache Zukunftspläne. Dieses Jahr werde ich die Highschool abschließen. Ich möchte soziale Arbeit studieren. Es ist sehr erfüllend, anderen zu helfen und genau das möchte ich auch künftig tun.

Sita Shresta, 19, hat an einem zweitägigen Seminar zum Thema Führungsverhalten teilgenommen, welches von der durch UN Women unterstützten Frauengruppe SAATHI in Nepal organisiert wurde. Im Anschluss daran hat sie dabei mitgeholfen einen Brunnenhahn zu bauen und Dorfbewohner zusammenzubringen, um eine natürliche Wasserquelle in einen öffentlichen Ort zu verwandeln, den nun das ganze Dorf miteinander teilt. Das nachhaltige Entwicklungsziel Nummer 6 will den weltweiten, gerechten Zugang zu sicheren und bezahlbaren Wasserquellen für alle sicherstellen.

Diese Übersetzung wurde durch die ehrenamtliche Unterstützung von Ruth Werner erstellt.