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Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Am 25. September 2015 verabschiedeten die Staats- und Regierungschef*innen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Sie folgt auf die Millenniumentwicklungsziele

Mit der Agenda 2030 drückt die internationale Staatengemeinschaft ihre Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen. Die Agenda schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten.

Das Kernstück der Agenda bilden 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs). Sie sind unteilbar und bedingen einander. Ihnen sind fünf Kernbotschaften als handlungsleitende Prinzipien vorangestellt: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft.

Die Bedeutung der Agenda 2030 für Frauen und Mädchen

Frauen und Mädchen machen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung aus. Dennoch hindert die in allen Gesellschaften tief verankerte Ungleichheit der Geschlechter Frauen weiterhin daran ihr volles Potenzial zu entfalten. Kein Land der Welt hat die Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht. Um nur einige Beispiele zu nennen:

Frauen verdienen auch in Deutschland im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer. Sie verbringen fast dreimal so viel Zeit wie Männer mit unbezahlter Haus-und Sorgearbeit, was u.a. ihre Erwerbsmöglichkeiten einschränkt. Die Altersarmut bei Frauen ist höher als bei Männern. Der Zugang zu Grund und Boden, Eigentum und Finanzvermögen in vielen Teilen der Welt für Frauen nach wie vor begrenzt. 

In den 45 Ländern, für die geschlechterspezifische Daten vorliegen, bestimmen nur die Hälfte der Frauen selbst über ihre reproduktive Gesundheit. Dies erhöht das Risiko für ungewollte Schwangerschaften und Armut. Kinderheirat ist eng mit verfrühter Mutterschaft und mangelhaftem Zugang zu gesundheitlicher und reproduktionsmedizinischer Versorgung verknüpft. Eine Ehe setzt der Bildung, der Autonomie und dem wirtschaftlichen Potenzial von Mädchen in der Regel ein Ende oder gravierende Schranken.

Frauen und Mädchen sind in allen Gesellschaften überproportional vielfältigen Formen von geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt, die zumeist straflos bleibt. 

Die Teilhabe der Frauen am gesellschaftlichen Leben und ihre Entscheidungsmacht im eigenen Haushalt und außerhalb nimmt nur langsam zu. Doch nur durch den Einbezug von Frauen und Mädchen kann eine gerechte und inklusive Gesellschaft, eine nachhaltige und erfolgreiche Ökonomie sowie ein zukunftsweisender Umgang mit der Umwelt etabliert werden. Frauen stellen deshalb den Schlüsselfaktor für das Erreichen aller Ziele dar. 

Weitere Informationen

Eine Zusammenfassung finden Sie in diesem Factsheet von UN Women. Die Hintergründe und Auswirkungen jedes einzelnen Ziels auf Frauen und Mädchen werden Ihnen auf unseren Unterseiten zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung veranschaulicht. Die UN Women Serie "Aus meiner Sicht..." erzählt zudem aus der Perspektive einzelner Frauen welche Folgen die Ziele auf ihr Leben haben. Weitere Geschichten finden Sie auf den Unterseiten von UN Women. 

Die Implementierung der Agenda 2030

2019 - „A tale of multiple disconnects: why the 2030 Agenda does not (yet?) contribute to moving German gender equality struggles forward“                                                                  Diese Studie befasst sich mit der Umsetzung der Agenda 2030 in Deutschland, insbesondere auf deren Auswirkungen auf die nationale Gleichstellungspolitik. Im Kern besagt die Studie, dass sich weder die Agenda 2030 noch das Ziel 5 bisher auf nationale Gleichstellungsbemühungen ausgewirkt haben. Basierend auf 28 Interviews mit Regierungsbeamt*innen, CSO-Vertreter*innen und Forscher*innen kommt die Studie zu dem Schluss, dass es keine Geschlossenheit zwischen den Ministerien und den Akteur*innen der Zivilgesellschaft gibt und es daher an der Zeit ist, etwas daran zu ändern. Den Bericht finden Sie hier in englischer Sprache.

2018 - "Den Versprechen Taten folgen lassen: Gleichstellung der Geschlechter in der Agenda 2030"
UN Women stellte in Berlin ihren globalen Monitoring-Bericht mit aktuellen Daten zum Stand der Gleichstellung der Geschlechter sowie der allgegenwärtigen Diskriminierung von Frauen und Mädchen weltweit vor.
Gleichstellung ist der Schlüssel zum Erreichen aller nachhaltigen Entwicklungsziele. Nur durch den Einbezug einer Geschlechterperspektive kann sichergestellt werden, dass positive Veränderungen Frauen und Männer gleichermaßen zugutekommen. Der Bericht beleuchtet deshalb alle 17 Ziele und zeigt konkrete Möglichkeiten auf, wie eine erfolgreiche Umsetzung bis zum Jahr 2030 erreicht werden kann. Der komplette Bericht liegt auf Englisch vor, eine Zusammenfassung gibt es auf Deutsch.

2017 
UN Women hat sich im Juli 2017 mit der Umsetzung von Ziel 5 beschäftigt und auf sehr anschauliche Weise Defizite aufgezeigt. Zudem wurde ein Programm initiiert, um Staaten bei der Erstellung von Geschlechterstatistiken zu unterstützen. Denn lediglich 13 % aller Staaten erheben Daten über die Lebensrealität von Männern und Frauen.
Im UN-Bericht 2017 finden Sie weitere Informationen zur Umsetzung bis zum Jahr 2017.  

2016 - "Noch lange nicht nachhaltig. Deutschland und die UN-Nachhaltigkeitsagenda"
Die Implementierung der Agenda 2030 erfolgt durch die Nationalstaaten. Im Rahmen des ersten Hochrangigen Politischen Forums für nachhaltige Entwicklung im Jahr 2016 stellte Deutschland den Zwischenstand ihrer Implementation vor. Den Bericht finden Sie hier in englischer Sprache. Die deutsche Zivilgesellschaft erstellte im Zuge dessen einen eigenen Bericht: 'Noch lange nicht nachhaltig. Deutschland und die UN-Nachhaltigkeitsagenda" Zum Thema Geschlechtergerechtigkeit äußerte sich Carsta Neuenroth (Brot für die Welt) in Kapitel 2.7.

Stand: April 2019