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Armut in allen Formen und überall beenden

Frauen leisten täglich bedeutende Beiträge für die Gesellschaft: sie gehen arbeiten und investieren ihren Lohn in Haushalt und Familie, sie schaffen als Unternehmerinnen Arbeitsplätze und sind überproportional für die sogenannte Sorgearbeit innerhalb der Familie zuständig.

Dennoch sind Frauen weltweit öfter als Männer von Armut betroffen und stehen unter einem höheren Armutsrisiko. Eine von fünf Frauen lebt in einem Haushalt, der pro Tag weniger als 1,90 Dollar zur Verfügung hat – im Vergleich lebt jeder sechste oder siebte Mann in Armut, je nachdem welche Altersklassen betrachtet werden. Damit sind nicht genügend finanzielle Mittel für ausreichend Nahrung, angemessene Wohnsituation, gute Gesundheitsvorsorge und Bildung vorhanden. Die Beendigung von Armut kann somit nur erreicht werden, wenn auch geschlechtsbasierte Diskriminierungsformen abgeschafft werden. 

Das höhere Risiko zu verarmen basiert unter anderem auf einem ungleichen Zugang zum Arbeitsmarkt. Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer, haben geringere Aufstiegschancen und sind eher in den Niedriglohnsektoren zu finden. Dies erschwert die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen und kann zu einer finanziellen Abhängigkeit von Partnern und Ehemännern führen.

Selbstständige Frauen sehen sich zudem geschlechterbasierten Herausforderungen gegenüber: Landwirtinnen beispielsweise sind oftmals nicht in der Lage eine ähnlich ertragreiche Ernte zu erwirtschaften wie Landwirte, da sie nicht über den selben Zugang zu Saatgut, Krediten, Technik und landwirtschaftlichen Beratungsdienstleistungen verfügen. Zudem sind nur 13 Prozent der Grundbesitzer*innen weltweit sind Frauen. Der Zugang zu Grundbesitz wird auch durch geschlechterdiskriminierende Gesetze und Praktiken in Erbangelegenheiten erschwert, wodurch Frauen oftmals bei der Aufteilung der Hinterlassenschaften ausgeschlossen werden. 

Die in vielen Gesellschaften tradierte Vorstellung, dass Frauen für den Haushalt, die Kinder sowie die Pflege der Angehörigen zuständig sind, stellt einen weiteren Faktor dar, der die finanzielle Existenzsicherung von Frauen gefährdet. Denn die zusätzliche Belastung der sogenannten Sorgearbeit führt dazu, dass Frauen sich nicht gleichermaßen auf ihre Erwerbsarbeit fokussieren können, wie Männer.

Armut birgt viele Risiken, die durch geschlechtsspezifische Formen der Diskriminierung noch verschärft werden. Im Fall einer wirtschaftlichen Rezession beispielsweise verfügen Frauen häufig über weniger Sicherheiten, um die finanziellen Einschnitte auszugleichen. Dies birgt das Risiko unter die Armutsgrenze zu fallen. Mittellose Mädchen werden in vielen Teilen der Welt mehr als doppelt so häufig früh- oder zwangsverheiratet wie Mädchen aus wohlhabenden Elternhäusern. Dementsprechend sehen sie sich möglicherweise lebensbedrohlichen Risiken früher Schwangerschaften ausgesetzt und haben oftmals jegliche Hoffnungen auf eine Ausbildung und ein besseres Einkommen verloren.

UN Women will arme Frauen wirtschaftlich stärken, ihnen eine Stimme geben, ihnen den Zugang zu einer sozialen Grundversorgung erleichtern und ein Bewusstsein für die Relevanz von Frauenrechten schaffen: Eine Maßnahme sind Förderprogramme, die ein angemessenes Einkommen, die Einhaltung von Arbeitsstandards sowie die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen fördern. Durch die Bereitstellung von speziellen Trainings, in denen die Frauen sich Wissen und praktische Fähigkeiten aneignen können. Zudem ermöglicht UN Women ihnen den Zugang zu Krediten.

 

Die konkreten Zielsetzungen sind:

1.1 Bis 2030 die extreme Armut – gegenwärtig definiert als der Anteil der Menschen, die mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag auskommen müssen – für alle Menschen überall auf der Welt beseitigen 
1.2 Bis 2030 den Anteil der Männer, Frauen und Kinder jeden Alters, die in Armut in all ihren Dimensionen nach der jeweiligen nationalen Definition leben, mindestens um die Hälfte senken  
1.3 Den nationalen Gegebenheiten entsprechende Sozialschutzsysteme und -maßnahmen für alle umsetzen, einschließlich eines Basisschutzes, und bis 2030 eine breite Versorgung der Armen und Schwachen erreichen  
1.4 Bis 2030 sicherstellen, dass alle Männer und Frauen, insbesondere die Armen und Schwachen, die gleichen Rechte auf wirtschaftliche Ressourcen sowie Zugang zu grundlegenden Diensten, Grundeigentum und Verfügungsgewalt über Grund und Boden und sonstigen Vermögensformen, Erbschaften, natürlichen Ressourcen, geeigneten neuen Technologien und Finanzdienstleistungen einschließlich Mikrofinanzierung haben
1.5 Bis 2030 die Widerstandsfähigkeit der Armen und der Menschen in prekären Situationen erhöhen und ihre Exposition und Anfälligkeit gegenüber klimabedingten Extremereignissen und anderen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Schocks und Katastrophen verringern
1.a Eine erhebliche Mobilisierung von Ressourcen aus einer Vielzahl von Quellen gewährleisten, einschließlich durch verbesserte Entwicklungszusammenarbeit, um den Entwicklungsländern und insbesondere den am wenigsten entwickelten Ländern ausreichende und berechenbare Mittel für die Umsetzung von Programmen und Politiken zur Beendigung der Armut in all ihren Dimensionen bereitzustellen 
1.b Auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene solide politische Rahmen auf der Grundlage armutsorientierter und geschlechtersensibler Entwicklungsstrategien schaffen, um beschleunigte Investitionen in Maßnahmen zur Beseitigung der Armut zu unterstützen 

Übersetzung durch die Vereinten Nationen, hier jedoch nicht im generischem Maskulinum.