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Die Geschichte der 17-jährigen Zaad Al-khair

Im Geflüchtetencamp Za‘atari lebt die 17-jährige Zaad Al-khair. Lesen Sie hier ihre Geschichte:

Photo: UN Women/Christopher Herwig

„An dem Tag, als ich nach Jordanien floh, war mein Viertel unter heftigen Beschuss geraten. Es gab Bombardierungen in der Nähe unseres Hauses, das war sehr gefährlich. Wir hatten keine andere Chance als wegzurennen. In diesen panischen Momenten waren mein Bruder und meine Schwester nicht aufzufinden und es war das Schwerste überhaupt, einen Teil meiner Familie zurückzulassen. Nach einiger Zeit erfuhren wir, dass mein Bruder an diesem Tag getötet wurde. Meine Mutter war am Boden zerstört. Viele Mütter trauerten in diesen Tagen. Ich hoffe, dass der Krieg bald beendet ist, damit wir zurück nach Syrien gehen und mit meinen älteren Geschwistern wiedervereint sind. 

Als ich ins Za’atari Geflüchtetencamp kam, ging ich wieder in die Schule und schloss neue Freundschaften. Ich besuche die UN Women Oase jeden Tag, weil ich meine jordanischen und syrischen Freundinnen sehen möchte. Viele meiner Freundinnen gehen nicht mehr zur Schule und haben mit 15 Jahren geheiratet, sie haben schon Kinder. Viele Leute fragen mich, warum ich noch nicht verheiratet bin, aber ich denke, dass es zu früh ist. Zum Glück unterstützt mich meine Familie darin, erst einmal die Schule fertig zu machen. Eigentlich träume ich sogar davon, einmal zu studieren. 

Meine Mutter arbeitet in der UN Women Oase im Handwerk, gemeinsam mit meinem Vater, der Frauen beibringt, wie man Accessoires herstellt, z.B. Schmuck aus Datteln und Kaffeebohnen. Ich arbeite als Journalistin für die Camp-Zeitung und helfe dabei, Informationen zu verbreiten und mein Englisch zu verbessern. Ich habe im Camp Englisch gelernt, auch weil ich einmal Übersetzerin werden möchte, um der Welt eines Tages erzählen zu können, was in Syrien passiert ist."

Mehr zum Hintergrund

Die 17-jährige Zaad Al-khair aus Syrien lebt als Geflüchtete im jordanischen Za’atari Geflüchtetencamp, das ungefähr 80.000 Syrer*innen beherbergt. Davon sind 80 Prozent Frauen und Mädchen. Sie arbeitet hart, um ihre Schule abzuschließen und Zugang zu höherer Bildung zu erlangen und war eines der ersten Mädchen, das als Journalistin für die Camp-Zeitung tätig ist. Ihre Eltern arbeiten in einem „cash-for-work”-Programm in einer der drei UN Women-Oasen – sicheren Räumen innerhalb des Camps – in denen für mehr als 16.000 Menschen pro Jahr auch Alphabetisierungskurse, Tagespflege, Schutzleistungen und mehr angeboten werden. 
Diese Arbeit steht in direktem Bezug zum Nachhaltigen Entwicklungsziel Nr. 1, welches für eine Beendigung von Armut in all ihren Formen steht, sowie dem Ziel Nr. 4, das inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung für alle gewährleisten soll. Zaad Al-khair leistet auch einen Beitrag zu Ziel Nr. 16 (Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern), wozu auch die Sicherstellung des öffentlichen Zugangs zu Informationen gehört.

20.05.2016