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Auszeichnung 2019

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Auszeichnung der UN Women Flagship Initiative „Safe Cities and Safe Public Spaces for Women and Girls“

Seit 20 Jahren lobt UN Women Deutschland (vormals: Deutsches Komitee für UNIFEM) die Auszeichnung eines innovativen, nachhaltigen und globalen frauenpolitischen Projekts aus. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an die weltweite UN Women Flagship Initiative „Safe Cities and Safe Public Spaces for Women and Girls“: Sie hat sich um die Umsetzung der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ und besonders um die Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen verdient gemacht hat. Die Initiative findet im Einklang mit der „New Urban Agenda“ für nachhaltige Stadtentwicklung weltweit lokale Lösungen für öffentliche Räume frei von sexualisierter Belästigung und Gewalt. Frauen werden bei der Planung und  Durchführung auf allen Ebenen beteiligt und vor allem wirtschaftlich gestärkt. Die Initiative arbeitet schwerpunktmäßig zu den Zielen 4, 5, 11 und 16 der Agenda 2030, aber da alle Ziele untrennbar und voneinander abhängig sind, gibt es zahlreiche weitere Überschneidungen.

Die festliche Auszeichnung am 25. September 2019 fiel passenderweise auf den vierten Geburtstag der Agenda 2030 und einen „Orange Day“ - jeder 25. eines jeden Monats ruft zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen auf.

 

Den Abend eröffneten kunstvoll Maria del Consuelo Redondo Gomez (Viola) und Isabelle Exbrayat Jean (Violoncello), die gemeinsam zwei Stücke spielten: „IV. Interludium: Adagio“ sowie „III. Improvisation über ein französisches Liedchen“ aus der Duo-Sonata von Otto Siegl.

Reinhard Limbach, der erste Bürgermeister der Bundesstadt Bonn und nun auch offizieller HeForShe, begrüßte die über 100 Gäste im Alten Rathaus und verdeutlichte die Notwendigkeit der Initiative: „Frauen und Mädchen werden nach wie vor in vieler Hinsicht ihrer Rechte und Chancen beraubt. Diese tief verwurzelte Diskriminierung muss enden. Weiterhin sind sexualisierte Belästigung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen Realität. Das hat massive Auswirkungen auf Lebensgestaltung, Zugang zu sozialen Aktivitäten, Bildung und Beschäftigung“. Er verwies darauf, dass die Stadt Bonn Geschlechtergerechtigkeit aktiv fördere: „Städte müssen mehr als bisher Orte für Frauen sein. Deshalb ist Geschlechtergerechtigkeit und Teilhabe einer von sechs Themensträngen unserer in diesem Jahr verabschiedeten Bonner Nachhaltigkeitsstrategie. Wir sind froh, mit UN Women Deutschland eine wichtige Partnerorganisation mit Sitz in Bonn zu haben“.

Auch die Vorsitzende von UN Women Deutschland, Karin Nordmeyer, machte deutlich: „Frauen müssen sich endlich sicher fühlen können, wenn sie sich im öffentlichen Raum bewegen. Das ist die Grundlage zur Erreichung von Gleichberechtigung und hat Priorität für die Arbeit von UN Women“. Zudem erinnerte sie daran, dass bis heute noch kein Land die tatsächliche Geschlechtergleichstellung erreicht hat und verdeutlichte die wichtige Rolle von Frauen weltweit: „Ohne Frauen kein Frieden, ohne Frauen kein Staat, ohne Frauen kein Wohlstand, ohne Frauen keine Entwicklung". 

Einen inspirierenden Impuls lieferten Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer, HeForShe Deutschland Botschafter, die ihren eigenen persönlichen „Schlüsselmoment“ teilten, als sie von der „Schlüsselmethode“ als Selbstverteidigungstaktik vieler Frauen erfuhren. Sie fordern alle Männer auf: „Einander sensibilisieren, zuhören und dann sich weiterentwickeln. Das ist die Aufgabe, die wir Männer jetzt vor uns haben. Damit wir zu Unterstützern auf dem Weg hin zu einer gewaltfreien und geschlechtergerechten Gesellschaft werden“. Die Umsetzung der ausgezeichneten Initiative ist für beide ein wichtiges Anliegen: „Für die Sicherheit des öffentlichen Raumes sind wir alle verantwortlich. Gewalt gegen Frauen ist absolut inakzeptabel, es liegt vor allem an uns Männern, couragiert dagegen vorzugehen“.

Laura Capobianco, Global Advisor von UN Women, stellte die Initiative vor, die in mehr als 40 Städten weltweit gezielt daran arbeitet, den Alltag von Frauen und Mädchen in Städten sicherer zu machen. So werden u.a. Straßenlaternen errichtet, Busfahrer*innen geschult und Märkte geschaffen, auf denen sicher ein- und verkauft werden kann: „Wir setzen uns dafür ein, die alltägliche Unsicherheit von Frauen in öffentlichen Räumen zum Thema zu machen und in Zusammenarbeit mit Expert*innen und Partner*innen weltweit umfassende sensible Konzepte zu erarbeiten und umzusetzen. Wir haben in dieser Hinsicht schon viel erreicht. Jetzt geht es darum sicherzustellen, dass alle Betroffenen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Außerdem ist es wichtig, das Programm auf weitere Städte und Gemeinden auszuweiten“.

Bettina Metz, Geschäftsführerin des Deutschen Komitees, überreichte die Auszeichnung und das Preisgeld in Höhe von 10.000€ an Laura Capobianco und bedankte sich herzlich für das Engagement.

Durch die Veranstaltung führte Dr. Ursula Sauter, stellvertretende Vorsitze von UN Women Deutschland. Herzlichen Dank für die kundige und kurzweilige Moderation!

Bei dem anschließenden Empfang tauschten sich Gäste und Beteiligte weiter aus – vielen Dank für die spannenden Gespräche und den daraus gewonnenen Input! Wir freuen uns auf die nächste Zusammenkunft und auf weitere Kooperationen!

Die Bilder des Abends finden Sie hier. Bildrechte: UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V./ Ortrud Ladleif 

v.l.: Bettina Jahn, Alaa Mohamed, Kerstin von Heyden, Miriam Mona Müller

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren ehrenamtlichen Helferinnen Alaa Mohamed und Kerstin von Heyden, bei Caroline Lorentz für die Simultan-Übersetzung, unserer Fotografin Ortrud Ladleif, der Technik, der Stadt Bonn sowie der Stiftung Apfelbaum für die Anregung und Stiftung des Preises. Margret Lemor und Anneliese Müller, die langjährigen Organisatorinnen der Auszeichnung, konnten leider nicht teilnehmen.  

Unser Kooperationspartner BABOR stiftete für alle Gäste eine Tasche und ein Ampullenset zur Schönheitspflege. Ein großes Dankeschön dafür.

Factsheet Safe Cities