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Feierliche Auszeichnung der HeForShe Kampagne 2018

Die Welt ist an einem Wendepunkt. Gleichstellung ist nicht mehr nur ein Thema von und für Frauen, es ist ein Thema für alle Menschen. Und das ist dringend nötig: Die #MeToo Debatte machte noch einmal deutlich: Frauen und Mädchen sind unabhängig von Alter, Gesellschaftsschicht und Herkunft bis heute massiv von Sexismus, Diskriminierung und Gewalt betroffen. Aber auch Männer und Jungen leiden unter Klischees und festgefahrenen Rollenbildern. Sie übernehmen eine wichtige Rolle, diese gesellschaftlichen Strukturen und Geschlechterrollen in Frage zu stellen. Nur gemeinsam können wir Veränderung voranbringen und eine gerechte Zukunft gestalten. HeForShe als weltweite Solidaritätskampagne setzt hier einen Meilenstein: Gleichstellung wird nicht als Bedrohung sondern als Bereicherung gesehen. 

Am 3. Juli 2018 zeichnete daher das Deutsche Komitee für UN Women gemeinsam mit der Stadt Bonn die UN Women Kampagne HeForShe mit einem Preis in Höhe von 10.000 Euro aus. 

Der Abend begann mit der Bestseller-Autorin Melanie Raabe, die einen Text aus der ersten deutschen Frauenbewegung verlas: Einen Ausschnitt aus Hedwig Dohms „Herrenrechte“ von 1896, der aufzeigte, wie viele Themen schon damals und auch heute noch diskutiert wurden und werden. 

Die Bürgermeisterin Gabriele Klingmüller begrüßte die fast 150 Gäste im Alten Rathaus Bonn und verdeutlichte Hürden, die Männer beim Thema Gleichstellung bewältigen: „Fragen Sie mal einen jungen Vater, was ihm auf seinem Weg zur Erziehungszeit begegnet oder bei dem Versuch, die Arbeitszeiten so zu koordinieren, dass die Kindersorge in der Familie geteilt werden kann. Es ist die selbstverständliche Solidarität beider Geschlechter, die zu echter Gleichstellung führt.“ Sie verwies darauf, dass die Stadt die Geschlechtergerechtigkeit fördere und bereits mehr als die Hälfte der städtischen Mitarbeitenden und 46 Prozent ihrer Führungskräfte weiblich seien. 

Dass alle gleichermaßen von Gleichstellung profitieren, machte auch die Vorsitzende des Deutschen Komitees für UN Women, Karin Nordmeyer, deutlich: „Gleichstellung ist ein Menschenrechtsauftrag, bei dem alle gewinnen: Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Aber das geht nur gemeinsam. Die HeForShe Kampagne ist mehr als nur ein Lippenbekenntnis, sie vereint verschiedenste Akteur*innen unter diesem Dach, um weltweit für das Thema zu sensibilisieren und Fortschritte zu erzielen.“ Sie stellte den Anwesenden die vielen Facetten der Kampagne vor und betonte die Wichtigkeit von Vorbildern.

Dr. Katharina Greszczuk, Leiterin Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, betonte in ihrer Eröffnungsrede wie wichtig das Miteinander und die Kooperation von Männern und Frauen für eine gelingende Gesellschaft und die Verwirklichung der Gleichstellung der Geschlechter sei.

Einen inspirierenden Impuls lieferte Robert Franken, Botschafter HeForShe Deutschland, der in der Reflexion von Männlichkeit eine große Chance sieht: „Männer treten aus den engen Räumen stereotyper Erwartungshaltungen heraus. Sie erweitern ihr eigenes Repertoire und können so neue Rollenkonzepte ausprobieren. Am Ende wartet ein Leben, das ihnen wirklich entspricht. Darin liegt ein großes Befreiungspotenzial: für Männer, für Frauen, für alle Gender - und für unsere ganze Gesellschaft.“ Er stellte das am Weltfrauentag gestartet Botschafter-Programm vor und dankte seinen drei Mitstreitern Vincent-Immanuel Herr, Martin Speer und Gerhard Hafner, die per Videobeitrag vertreten waren und so ihre Motivation und ihre Arbeit vorstellten – diesem Dank schließt sich das Deutsche Komitee gern an!

Die Geschäftsführerin des Isländischen Komitees, Stella Samúelsdóttir, nahm stellvertretend für UN Women den Preis entgegen. Island als Land mit den bisher größten Fortschritten in Sachen Gleichberechtigung macht es vor: Gender Studies ist ein Schulfach, es gibt ein eigenes Ministerium für Gleichberechtigung, im Januar wurde ein Gesetz eingeführt, das ungleiche Löhne bei gleichwertiger Arbeit unter Strafe stellt, das Elternzeitgesetz führt dazu, dass über 70% aller Väter Elternzeit nehmen. Stella Samúelsdóttir stellte ihre Barbershop Toolbox vor, ein Konzept, das von der isländischen Regierung mitentwickelt wurde, um Männer und Jungen in den Gleichstellungsdiskurs einzubeziehen. Es ist demnächst auch auf Deutsch verfügbar – wenden Sie sich gern an uns, wenn Sie Interesse daran haben.

Dr. Ursula Sautter, Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Komitees, überreichte den Preis für die UN Women Kampagne HeForShe an Stella Samúelsdóttir, Geschäftsführerin des Isländischen Komitees.

Die Sängerin Laura Totenhagen vertonte zwei Gedichte: „Mushrooms“ von Silvia Plath und „Phenomenal Woman“ von Dr. Maya Angelou. Vielen Dank für die schöne Abrundung des Programms. 

Durch die Veranstaltung führte Matthias Böhning, herzlichen Dank für die kundige Moderation und die Unterstützung als HeForShe!

Bei dem anschließenden Empfang tauschten die Gäste sich weiter aus – vielen Dank für die spannenden Gespräche und den daraus gewonnenen Input! Wir freuen uns auf die nächste Zusammenkunft und auf weitere Kooperationen!

Merken Sie sich doch schon einmal den 19. September vor – da wollen wir uns bei unserem Internationalen Symposium in Berlin weiter mit dem Thema beschäftigen. 

Wenn Sie unsere Arbeit zur HeForShe Kampagne unterstützen wollen, laden wir Sie u.a. herzlich ein, dafür zu spenden. Ab einer Spende von 12 € erhalten Sie als Dankeschön den HeForShe-Pin

Vielen Dank an BABOR für das schöne Geschenk für alle unsere Gäste! Mehr über die Kooperation finden Sie hier.

Wir freuen uns auch über das Interesse der Presse, so wurden etwa Karin Nordmeyer, Stella Samúelsdóttir und Robert Franken von ARD/WDR interviewt, der Beitrag lief u.a. im Deutschlandradio und wurde beim WDR veröffentlicht

Die Bilder des Abends finden Sie hier. Bilder von Ortrud Ladleif. Bildrechte: UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V.

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