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Erster Internationaler Tag zur Beseitigung sexueller Gewalt in Konflikten

UN Women Stellungnahme zum ersten Internationalen Tag zur Beseitigung sexueller Gewalt in Konflikten

Dieses Jahr konnten wir drei historische Errungenschaften in Bezug auf die Bekämpfung von sexueller Gewalt in Konflikten feiern.  Jede einzelne war längst überfällig und alle hatten eines gemeinsam: Die unaufhaltsame Kraft der Stimmen und der Leitungsfunktionen von Frauen. 

Im Februar 2016 verurteilte der nationale Gerichtshof in Guatemala zwei ehemalige Militärsoffiziere, sexuelle Gewalt während des Bürgerkriegs im Land verübt zu haben – Das erste Mal, dass ein nationaler Gerichtshof Anklagen von sexueller Sklaverei während bewaffneten Konflikts anhörte. Frauenorganisationen arbeiteten jahrelang mit einheimischen Frauen zusammen, um deren Fall vorzubereiten, der dann von Guatemalas weiblicher Generalstaatsanwältin vor einer weiblichen Vorsitzenden des Gerichts präsentiert wurde.

Im März verkündetete der Internationale Gerichtshof (ICC) seine erste Verurteilung aufgrund von sexuellen und geschlechtsbasierten Verbrechen. Ein komplett weibliches Expertenteam bestehend aus drei Richterinnen hatte den Vorsitz über den Fall gegen den ehemaligen kongolesischen Vizepräsidenten Jean-Pierre Bemba.  Dank einer bisher noch nicht da gewesenen umfangreichen Mitarbeit seitens der weiblichen Opfer und der Zeuginnen wurde der Fall von einer Staatsanwältin vor Gericht gebracht.

Im Mai verurteilte der afrikanische Sondergerichtshof im Senegal den ehemaligen Präsidenten des Chad, Hissène Habré, wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit, einschließlich Vergewaltigungen und sexueller Sklaverei. Dies war der erste universalgültige Fall der es bis zu einer Verhandlung in Afrika schaffte, und das erste Mal, dass ein ehemaliges Staatsoberhaupt persönlich für (das Verüben von) Vergewaltigung als internationales Verbrechen verantwortlich gemacht wurde. Diese Verurteilung wäre ohne die Zeugenaussagen von Frauen und die Zielstrebigkeit von Richter/innen, Verteidiger/innen der Opfer, Menschenrechtsverfechter/innen und lokalen sowie internationalen zivilgesellschaftlichen Organisationen unmöglich gewesen.

In Guatemala und im Senegal sowie in vielen anderen Ermittlungen war UN Women stolz auf dem Gebiet der Ermittlung und Dokumentation von sexuellen und geschlechtsbasierten Verbrechen mit Justice Rapid Response zusammen zu arbeiten. Es gibt mittlerweile eine Expertenliste mit Fachleuten aus 62 Nationalitäten. Zusammengenommen spricht diese Expertengruppe – 80 Prozent derer Frauen sind – insgesamt 34 Sprachen. Jeder von ihnen gibt sich große Mühe sicherzustellen, dass Überlebende von sexueller Gewalt in Konflikten mit Würde behandelt werden und dass ihre Stimmen im Ringen um Gerechtigkeit erhört werden.

Die grundlegenden Fälle, die wir dieses Jahr gesehen haben, sind Beweis dafür, dass die Verbindung zwischen Gerechtigkeit für Frauen und deren direkte Einbindung und Leitung solcher Fälle weder neu noch zufällig ist. Da weit verbreitete sexuelle Gewalt immer noch eine schreckliche Wirklichkeit in zu vielen Konflikten auf der ganzen Welt ist, ist es ermutigend zu sehen, dass Schritte eingeleitet werden mit dem Ziel, Rechenschaftspflicht für diese Handlungen zu garantieren. Gemeinsam sind Frauen stark und beharrlich, wenn es darum geht, diese Verbrechen zu benennen und nicht ungestraft vorbei ziehen zu lassen.