UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. | Für die Rechte von Frauen

Kontakt

un mail form
Datenschutzhinweise*

UN Women Deutschland kämpft für Gleichberechtigung

Gewalt gegen Frauen keine Chance geben
  • Facebook
  • Twitter
  • Instagram

Häusliche Gewalt

Häusliche Gewalttaten sind keine Einzelfälle. 2019 wurden 117 Frauen in Deutschland durch einen Partner oder Ex-Partner getötet. Mehr als 1x pro Stunde wird statistisch gesehen eine Frau durch ihren Partner gefährlich körperlich verletzt. Ein extrem problematischer Aspekt von häuslicher Gewalt ist, dass Betroffene oft zu viel Scham empfinden, als dass sie sich Hilfe suchen, während Außenstehende oftmals die Augen verschließen. 

Wenn Sie vermuten, dass eine Frau von häuslicher Gewalt betroffen ist:

  • Machen Sie keine Schuldzuweisungen an Betroffene
  • Stellen Sie Informationen über Hilfsangebote zusammen und geben Sie sie weiter
  • Nehmen Sie professionelle Unterstützung in Anspruch
  • Konfrontieren Sie den Täter nicht 
  • Achten Sie auf ihre eigene Sicherheit und auf die der Betroffenen
  • Hören Sie zu, reagieren Sie sensibel und solidarisch
  • Bedrängen Sie Betroffene nicht
  • Achten Sie auf eigene Belastungsgrenzen
  • Erwarten Sie keine schnellen Resultate

 

Wenn Sie selber von häuslicher Gewalt betroffen sind:

  • Rufen Sie bei akuter Bedrohung die Polizei unter 110
  • Wenden Sie sich an eine Vertrauensperson oder eine Hilfestelle, wenn Sie nicht die Polizei rufen möchten. Kontaktieren Sie eine Beratungs- oder Interventionsstelle für Häusliche Gewalt. Dafür können Sie z.B. beim Hilfetelefon anrufen (08000 116 016) oder ihren Webservice rund um die Uhr und in vielen Sprachen nutzen.
  • Dokumentieren Sie alle Vorfälle. Hierfür können Sie z.B. ein Tagebuch führen oder Fotos machen.
  • Gehen Sie zu einer Ärtzin oder einem Arzt, nennen Sie ihr/ihm den Ursprung der Verletzungen und lassen Sie die Verletzungen attestieren/ fotografieren, um sie für eine mögliche Strafanzeige als Beweis benutzen zu können.
  • Zeigen Sie die Straftat bei der Polizei an. Eine Strafanzeige können Sie bei jeder Polizeidienststelle erstatten und sie können eine Person Ihres Vertrauens und/oder einen Rechtsbeistand mitnehmen
  • Kontaktieren Sie ein Frauenhaus. Hier finden Sie (und ihre Kinder) Schutz vor Bedrohung und Gewalt und werden über weitere Schritte beraten.

 

Weitere Informationen und Beratungsangebote finden Sie unter anderem hier:

Spendenbeispiele häusliche Gewalt

Digitale Gewalt gegen Frauen

Digitale Gewalt ist eine Form von Gewalt, die sich oft gegen Frauen richtet. Sexistische und frauenfeindliche Äußerungen sind im Internet und auf Sozialen Medien weit verbreitet. Digitale Angriffe zielen in erster Linie auf die Bedrohung, Herabsetzung, Rufschädigung, Erpressung sowie auf die Ausspähung der betroffenen Person ab. Zusätzlich wollen die Täter*innen Frauen aus dem öffentlichen Diskurs drängen. Digitale Gewalt kann sich von 'realer' Gewalt dadurch unterscheiden, dass sie rund um die Uhr passieren kann, die Täter*innen anonym bleiben können und die Gewalt gleichzeitig ein riesiges Publikum hat. 

Wir haben einige Tipps zusammengestellt, falls Sie Hass im Netz erfahren: 

  • Antworten Sie nicht
  • Vertrauen Sie sich jemandem an und suche Sie sich Unterstützung
  • Sicheren Sie rechtssichere Beweise in Form von Screenshots
  • Lassen Sie sich beraten
  • Lassen Sie die Inhalte löschen oder melde Sie sie
  • Schütze Sie Ihre Privatsphäre, z.B. indem Sie die Täter*innen blockieren
  • Prüfen Sie die rechtlichen Möglichkeiten und erstatten Sie eventuell Anzeige

 

Weitere Informationen und Beratungsangebote finden Sie unter anderem hier:

Spendenbeispiele Digitale Gewalt

Sexuelle Belästigung und Catcalling

Hinterherrufen, nachpfeifen, Kussgeräusche. Die meisten Frauen und weiblich gelesene Personen entwickeln Wege, um im öffentlichen Raum mit diesen Dingen umzugehen. Catcalling passiert so häufig, dass es schon fast Teil unserer Normalität geworden ist. Das ist es aber nicht. Catcalling ist unserer Meinung nach sexuelle Belästigung. In Frankreich und den Niederlanden kann es bereits mit Bußgeldern bestraft werden. Somit werden Betroffene konkrete Handlungsmöglichkeiten an die Hand gegeben und ein gesellschaftliches Zeichen gesetzt.

Da verbale sexuelle Belästigung jedoch kein eigener Strafbestand nach dem Deutschen Gesetz ist, kann man hier nicht rechtlich dagegen vorgehen. Wir schließen uns den Forderungen der Petition „Catcalling sollte strafbar sein“ und dem Deutschen Juristinnenbund an und sagen: Verbale sexuelle Belästigung sollte in das Strafgesetzbuch aufgenommen werden! 

Spendenbeispiele sexualisierte Belästigung und Catcalling