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Ein #HeForshe arbeitet mit Tätern für ein Ende der Gewalt gegen Frauen

Ein neuer #HeForShe arbeitet mit Tätern für ein Ende der Gewalt gegen Frauen

Gerhard Hafner

Gerhard Hafner arbeitet in Berlin als Psychologe mit Männern, die im häuslichen Umfeld zu Gewalttätern geworden sind.
Mit der Teilnahme an der #HeForShe Kampagne möchte er ein deutliches Zeichen für die Gleichstellung der Geschlechter setzen. Einer Studie des BMFSFJ aus dem Jahr 2004 zufolge erfährt jede vierte Frau in Deutschland Gewalt in ihrer Beziehung.(1) Gewalt gegen Frauen geschieht in allen Gesellschaftsschichten. 35% aller Frauen in Deutschland haben seit ihrem 15. Geburtstag Gewalt erlebt. (2)

Was hat Sie dazu bewegt, sich für die #HeForShe Kampagne zu engagieren?
Seit meiner Jugend konnte ich nicht verstehen, wenn Mädchen und Frauen nicht ernst genommen werden und war fassungslos, wenn sie diskriminiert wurden. 

Wie kam es zu Ihrer Entscheidung, mit Gewalttätern zu arbeiten?
Als junger Mann begann ich mich mit mir als Mann auseinanderzusetzen. Später arbeitete ich als Psychologe mit Männern. Da Dominanz ein zentrales Merkmal von traditioneller Männlichkeit ist, war der Schritt konsequent, sich auch mit Gewalt von Männern in meiner Arbeit zu beschäftigen: Gewalt, die sich Männer selbst antun, gegenüber anderen Menschen, insbesondere aber gegenüber Frauen.

Welche Kompetenzen erwerben die Männer, die Ihre Beratung in Anspruch nehmen?
Die Männer können sich die Fähigkeit aneignen, ihre eigenen Bedürfnisse besser zu verstehen, sie klarer zu artikulieren, sich in ihre (ehemaligen) Partnerinnen hineinzuversetzen und konstruktiv und vor allem gewaltfrei zusammenzuleben. Nicht zuletzt können sie ihren Kindern, ob Töchtern oder Söhnen, ein gutes Vorbild sein. 

Gerhard Hafner auf einer Podiumsdiskussion (3) (Copyright: © Uwe Steinert, Berlin)
Gerhard Hafner auf einer Podiumsdiskussion (3) (Copyright: © Uwe Steinert, Berlin)

Was sind für Sie entscheidende Faktoren, um Gewalt gegen Frauen zu beenden?
Die sozialen und ökonomischen  Grundlagen der Gesellschaft sollten endlich so beschaffen sein, dass die Gleichstellung der Geschlechter im Beruf und in der Familie erreicht wird. 

Was denken Sie ist nötig, um die Gleichstellung der Geschlechter und einen Wandel der vorherrschenden Rollenbilder der Geschlechter zu erreichen?    
Die Gleichstellung der Geschlechter ist nicht nur eine Sache von Frauen, sondern muss auch von Männern vorangetrieben werden, weil dies auch in ihrem Interesse ist. Durch die Erweiterung der Rollenbilder können sie ihr Leben bereichern, ihre Partnerschaften verbessern und ihren Kindern den Start in ein besseres Leben schaffen.
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(1) Schröttle, Dr. Monika, Lebenssituationen, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland. Eine repräsentative Untersuchung zu Gewalt gegen Frauen. Zusammenfassung der zentralen Studienergebnisse. Herausgegeben vom BMFSFJ, Berlin 2004; S. 9 

(2) Agentur der Europäischen Union für Grundrechte, Gewalt gegen Frauen – eine EU-weite Erhebung, Ergebnisse auf einen Blick; Luxemburg März 2014; S.19 

(3) Gemeinsam mit der Moderatorin Shelly Kupferberg auf dem Symposium des Bundespräsidenten und TERRE DES FEMMES "Gemeinsam gegen Gewalt an Mädchen und Frauen" am 6. März 2015 im Schloss Bellevue.

Kontakt:
Gerhard Hafner, Dipl.-Psych.
Beratung für Männer – gegen Gewalt
Tieckstraße 41, 10115 Berlin
Tel. 030 7859825, Mobil: 0170 3801814
E-Mail: maennerberatung@volkssolidaritaet.de
www.volkssolidaritaet.de/berlin/beratung-hilfe/maenner-gegen-gewalt

Stand März 2015